Montag, 6. Juli 2009

Fisch seit 40.000 Jahren am Speiseplan:
Ur-Ahnen betrieben aufwändigen Fischfang

  • Forscher prüften Knochen des "Tianyuan"-Menschen
  • Rückschluss auf knappe Nahrungsmittelressourcen

Schon vor 40.000 Jahren haben sich Menschen größtenteils von Fischen ernährt. Dies ist das Ergebnis chemischer Forschungen am Skelett eines der ältesten Menschen Asiens, wie das Leipziger Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie mitteilte. Die Studie habe den ersten Beweis dafür geliefert, "dass frühe moderne Menschen in China Süßwasserressourcen als Nahrungsgrundlage genutzt haben", sagte Forscher Michael Richards.

Ein internationales Team unter Beteiligung des Leipzigers hatte einen Knochen des "Tianyuan-Menschen" aus einer Höhle in der Region Peking mit Hilfe von Isotopenanalysen untersucht. Dabei habe sich gezeigt, dass der Ur-Ahn regelmäßig Fisch gegessen habe. "Fisch war ein regulärer Bestandteil des Speiseplans moderner Menschen, noch bevor archäologische Funde von Fischwerkzeugen dies belegen", folgerten die Forscher, darunter Wissenschafter von der Chinesischen Akademie der Wissenschaften, der Universität von British Columbia und der Washington University in St. Louis.

Die damals lebenden Menschen hätten offensichtlich einen beträchtlichen Aufwand in Kauf genommen, um Fische zu fangen. Der Übergang zu einer Fisch-basierten Ernährungsweise zeige, "wie knapp die Nahrungsmittelressourcen der expandierenden Population moderner Menschen gewesen sein müssen, als sie Europa besiedelte". (apa/red)

6.7.2009 17:03