Mittwoch, 8. Juli 2009

Slowakischer Präsident exklusiv in NEWS:
"Österreichische Investments sind sicher"

  • Im Interview über das wahre Ausmaß der Krise
  • Warum neue Grenzkontrollen Kriminelle nicht stoppen

"Die Slowakei geht vor der Krise nicht in die Knie", sagt der kürzlich wiedergewählte slowakische Staatspräsident Ivan Gasparovic in einem Exklusiv-Interview für NEWS. Zwar sei sein Land, immerhin der pro Kopf größte Autoproduzent der Welt, durch die Krise schwer betroffen, "aber wir stellen hier hauptsächlich Kleinwägen her, die wenig verbrauchen und die nach dem Ende der Krise noch stärker gefragt sein werden."

Für die österreichischen Investments gibt der Staatschef Entwarnung: "Bei den slowakischen Tochtergesellschaften österreichischer Banken, die weitgehend den Markt dominieren, gab es zu keinem Zeitpunkt ein Liquiditätsproblem. Die Investments hier sind sicher." Von der FP-Forderung, das Schengen-Abkommen auszusetzen und Grenzkontrollen erneut einzuführen, hält der Präsident wenig: "Ich glaube nicht, dass sich Kriminelle durch sporadische Kontrollen von ihrem Vorhaben abbringen lassen. Vielmehr ist intensivere Polizeikooperation nötig", so der 68-jährige Gasparovic.

Beim Ausblick auf die Zeit nach der Krise verzieht der slowakische Präsident einen radikalen Schwenk und kritisiert die neoliberale Politik der vergangenen Jahre, die unserem Nachbarland neben der Flat-Tax auch eine Teilprivatisierung des Gesundheits- und Sozialwesens bescherte: "Der Neoliberalismus hat fortan keine Chance mehr, künftig wird der Staat wieder regulierender eingreifen. Im Gesundheitswesen ist ein Patient ein Patient und kein Kunde, der besser behandelt wird, wenn er Geld hat."

(apa/red)

8.7.2009 12:52