Neue Milliardenstrafe der EU-Kommission:
E.ON und Gaz de France zahlen 1,106 Mrd.
- EU-Kommission begründet Urteil mit Kartellverstößen
- Beide Energiekonzerne wollen Rechtsmittel ergreifen

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Dass mit der EU-Wettbewerbskommission nicht zu scherzen ist, wissen AUA und Lufthansa spätestens seit letzter Woche. Dass die Kommission ihren Worten darüber hinaus auch Taten folgen lässt, müssen nun E.ON und Gaz de France (GdF) am eigenen Leib erfahren: Die Europäische Kommission hat gegen die beiden Energiekonzerne eine Kartellstrafe von zusammen 1,106 Mrd. Euro verhängt. Die Unternehmen hätten mit illegalen Preisabsprachen zu Lasten der deutschen und französischen Gaskunden die Gasmärkte in Deutschland und Frankreich untereinander aufgeteilt, begründete die Kommission ihr Urteil. Beide Konzerne müssen nun jeweils 553 Mio. Euro zahlen.
E.ON, E.ON Ruhrgas und GdF sollen 30 Jahre lang Gasmärkte aufgeteilt und dadurch niedrigere Verbraucherpreise verhindert haben.
Die Konzerne hätten sich zum Bau ihrer gemeinsamen Megal-Pipeline 1975 darauf geeinigt, über diese Leitung kein Gas im Heimatmarkt des jeweils anderen Unternehmens zu verkaufen, erklärte die EU-Kommission am Mittwoch in Brüssel. Diese Vereinbarung sei auch nach der Liberalisierung des EU-Energiemarktes 2000 noch in die Tat umgesetzt worden.
E.ON und GdF Suez ergreifen Rechtsmittel
E.ON und GdF Suez kündigten an, gegen die Geldbuße vor Gericht zu ziehen. Die Vereinbarung habe für die Marktentwicklung keine Relevanz gehabt, sei nie praktiziert und 2004 von den Unternehmen formell aufgehoben worden, hatte E.ON erklärt. Die Konzerne müsse das Bußgeld aber trotz des bevorstehenden Rechtsstreits zahlen.
"Die Aufteilung von Märkten zählt zu den schwerstwiegenden Kartellverstößen", erklärte EU-Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes. Die Konzerne hätten damit die Verbraucher in zwei der größten europäischen Gasmärkte um stärkeren Preiswettbewerb und mehr Anbieterauswahl gebracht. Durch die Megal-Pipeline fließt Erdgas von Tschechien durch Süddeutschland nach Österreich und Frankreich. E.ON und GdF Suez sind die führenden Gaskonzerne in Deutschland und Frankreich.
(apa/red)

