Ilisu-Rückzug erfreut Gegner des Projekts:
Chancen auf Einstellung des Dammbaus groß
- ECA-Watch: "Erfolg, den es noch nicht gegeben hat"
- Finanzstaatssekretär Schieder begrüßt Entscheidung
Der europäische Rückzug aus dem Ilisu-Projekt ist heute auf breite Zustimmung gestoßen. Für ECA-Watch ist es "ein großer Erfolg, den es bis jetzt noch nicht gegeben hat", sagte Sprachrohr Ulrich Eichelmann in einer ersten Stellungnahme. Die Chancen seien jetzt "so groß wie nie", dass der Damm nicht gebaut wird. Die Ankündigung der Türkei, dass sie den Damm auch ohne westliche Hilfe errichten möchte, ist nach Ansicht von Eichelmann "unrealistisch", da es dem Land am nötigen Know-how fehle.
Der Ausstieg der Europäer wird auch vom Bürgermeister der archäologisch bedeutenden Stadt Hasankeyf, Abdulvahap Kusen, begrüßt, berichtet die deutsche Nachrichtenagentur dpa. "Wir wollen nicht, dass Hasankeyf zerstört wird. Wir wollen, dass es für die kommenden Generationen erhalten bleibt", sagte Kusen. Er forderte, die jahrtausendealte Ortschaft als UNESCO-Weltkulturstätte zu schützen.
Begrüßt wird der Ausstieg aus dem Projekt auch von Finanzstaatssekretär Andreas Schieder. Das sei "eine gute Entscheidung", sagte er vor dem Ministerrat mit Verweis auf offene Fragen bezüglich Umweltschutz und Menschenrechte (Stichwort: Umsiedlung Zehntausender Menschen). Das Beste wäre, wenn dieses Projekt gar nicht kommen würde, so Schieder.
Befürwortet wird der Ausstieg auch von der FPÖ. Aus vielen Gründen sei der Rücktritt Österreichs "aus dem Haftungsszenario mit Steuergeldern unumgänglich" gewesen, sagte FPÖ-Umweltsprecher Norbert Hofer. Ähnlich wird der Rückzug von den unabhängigen Gewerkschaftern gesehen: "Den österreichischen Steuerzahlern ist jedenfalls die Haftung für dieses aus vielerlei Gründen fragwürdige Projekt erspart geblieben," sagte Markus Koza, Vertreter der unabhängigen Gewerkschafter im ÖGB-Bundesvorstand.
(apa/red)

