Die Frage nach dem Besten ist beantwortet:
Für Pete Sampras ist Federer "der Größte"
- John McEnroe fühlt sich zum Durchschnitt degradiert
- Federer: "Meine Karriere ist noch lange nicht vorbei"
Nadal und Baby als kommende Herausforderungen
·Wimbledon: Alles Roger in fünf Sätzen
Federer gewinnt Grand- Slam-Titel zum 6. Mal
·Der Roger und die Serena sind so super!
BILDER: Highlights der
Wimbledon-Finalspiele
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Raster und Resultate
von Flushing Meadows
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aus Flushing Meadows

Die Debatte um den besten Tennisspieler aller Zeiten scheint beendet. Roger Federer thront seit seinem epischen Wimbledon-Finalsieg über Andy Roddick einsam im Tennis-Olymp, hat mit seinem 15. Major-Titel selbst den bisherigen Rekordhalter Pete Sampras hinter sich gelassen. "Für mich hat sich ein Kreis geschlossen", meinte Federer, der sechs Jahre zuvor ebenfalls bei den All England Championships seinen ersten Grand-Slam-Titel gewonnen hatte. "Aber meine Karriere ist noch lange nicht vorbei."
Auch Sampras selbst, der während der Partie seine vom Jetlag geplagten Augen hinter einem sportlichen Sonnenbrillen-Modell verbarg, ließ Federer den Vortritt. "Für mich ist er der Größte", stellte der US-Amerikaner, der erstmals seit 2002 wieder im Rasenmekka auftauchte, unmissverständlich fest. "Er ist eine Legende, eine Ikone. Er hat 15 Majors gewonnen, und er wird noch weitere gewinnen." Zum Vergleich: Während "Pistol-Pete" seine 14 Major-Titel innerhalb einer Spanne von 12 Jahren errang, benötigte Federer für seine 15 Triumphe nur sechs Jahre, also genau die Hälfte.
Federer, dessen Spiel am Sonntag zahlreiche weitere prominente Augenpaare, darunter jene der Tennislegenden Björn Borg und Rod Laver, verfolgten, ließ sich durch die Präsenz der Sportgrößen kaum aus der Ruhe bringen. "Als Kind war ich nervös, wenn ein Freund zuschaute, später waren es meine Eltern, dann Legenden. Heute bin ich es nicht mehr", meinte Federer, musste aber gestehen: "Bei Pete (Sampras, Anm.) war es ein bisschen anders. Als ich ihn hereinkommen sah, bin ich nervös geworden, ich habe ihn gegrüßt, was ich eigentlich nicht tue. Ich weiß, wie viel ihm der Rekord bedeutet und was er mir bedeutet."
McEnroe fühlt sich degradiert
Auch Sampras' Landsmänner und Ex-Cracks John McEnroe und Jimmy Connors erwiesen Federer ihre Referenz. "Danke Roger, dass du uns alle zu durchschnittlichen Spielern degradiert hast. Ich habe in meinem Leben noch nie einen so begabten Spieler gesehen", schwärmte der einstige Bad-Boy des Tenniszirkus. Und Connors lobte die Vielseitigkeit: "Im modernen Tennis bist du ein Sandplatz-Spezialist, oder ein Rasen-Spezialist, oder ein Hartcourt-Spezialist - oder du bist Roger Federer."
Mit dem grandiosen Triumph in einem denkwürdigen Grand-Slam-Finale, mit 77 Games dem längsten der Geschichte, stutzte Federer auch seine Kritiker wieder auf überschaubare Größe zusammen. So mancher hatte schließlich bereits einen Abgesang auf den Baseler angestimmt, als dieser zwischen Jänner 2008 und Mai 2009 seinen bis dahin erbrachten Leistungen tatsächlich hinterherhinkte und ihm in Nadal ein mächtiger Gegner erwachsen war.
Nadal und Baby größte Herausforderungen
Federers Leistungsabfall war damals auch auf Pfeiffer'sches Drüsenfieber zurückzuführen, dennoch holte er sich im September 2008 den Sieg bei den US Open. Und ist auch körperlich wieder in blendender Form. Der "Marathon" gegen Roddick unterstrich das eindrucksvoll. Nichts deutet derzeit darauf hin, dass Federer nicht auch in den kommenden Jahren der bestimmende Faktor im Herrentennis sein könnte. Er selbst gab freilich zu bedenken: "Das sind die gewaltigsten Tage meiner Karriere, es wird schwer, das wieder aufleben zu lassen, das ist sicher", meinte der Mann, der nun mit 20 auch die meisten Grand-Slam-Finals erreicht hat. In Wimbledon überholte er den Amerikaner Ivan Lendl (19).
Motivation genug sollte allerdings schon allein Nadal sein, der in Wimbledon wegen einer Verletzung fehlte. Oder der Wimbledon-Rekord von Pete Sampras, der in "SW 19" siebenmal gewann. Ein Jahr nach dem Endspiel-Debakel gegen Nadal ist die Tennis-Welt für Roger Federer jedenfalls wieder in Ordnung. Das Ereignis des Jahres steht ihm aber noch bevor: In ein paar Wochen wird er zum ersten Mal Vater. Federer: "In den nächsten Tagen und Wochen muss ich mich wieder sammeln und jetzt so gut wie möglich Mirka (Federers Frau, Anm.) unterstützen."
(apa/red)
