Webber mit Pole Position-Premiere: Red
Bull-Pilot fährt Bestzeit in Nürburgring-Quali
- Startet vor den Brawn-Piloten & Teamkollegen Vettel
- Deutschland: McLaren-Piloten auf den Plätzen 5 & 6
·Button ist scharf
auf eine Revanche
Besseres Auto soll Vettel in die Schranken weisen
·Deutschland erwartet
den Hoffnungsträger
Vettel am Nürburgring
auf Schumis Spuren
·"War ein Dummkopf und ein Idiot"
Bernie Ecclestone streut Asche über sein Haupt

Im 131. Anlauf hat es Red-Bull-Pilot Mark Webber geschafft: Der 32-jährige Australier fixierte im Qualifying auf dem Nürburgring für den Formel-1-Grand-Prix von Deutschland in 1:32,230 Minuten Bestzeit und schaffte damit erstmals den Sprung auf die Pole Position in der Königsklasse des Motorsports.
Hinter dem "Aussie" folgten die Top 3 der WM - der brasilianische WM-Zweite Rubens Barrichello (+0,127 Sek.), der überlegene englische WM-Leader Jenson Button (beide Brawn-Mercedes/0,243) sowie Webbers deutscher Teamkollege Sebastian Vettel (0,250) - auf den Plätzen zwei bis vier. Weltmeister Lewis Hamilton (+0,386), der im Freien Training am Freitag und Samstag Schnellster gewesen war, landete im durch zahlreiche neue Teile stark verbesserten McLaren-Mercedes auf Platz fünf.
Der Engländer hatte bis zum Finish der letzten und dritten Quali-Session sogar die Topposition innegehabt, doch in letzter Minute wurde er dann doch noch vom in der WM voranliegenden Quartett abgefangen. "Das ist ein ganz spezieller Tag für mich. Ich war schon mehrmals so knapp dran, jetzt habe ich es aber endlich geschafft", frohlockte Webber über den für ihn persönlich historischen Moment und hofft natürlich, dass er nun am Sonntag (Start: 14.00 Uhr) endlich auch seinen ersten GP-Sieg einfahren wird können.
Regen sorgt für Turbulenzen
Das Qualifying verlief überaus turbulent, weil die zweite Session von kurzzeitigem Regen getrübt worden war. "Das war extrem anspruchsvoll", betonte Webber. Barrichello riskierte in diesem Mittelabschnitt am meisten und erzielte auf Slicks überlegene Bestzeit. "Zu dieser Zeit herrschte große Konfusion, aber es hat Spaß gemacht. Mit den Slicks hatte ich zu diesem Zeitpunkt, als die meisten schon auf Intermediates gewechselt hatten, voll riskiert, doch es ging auf", erklärte der Südamerikaner. Doch der Regen verzog sich so schnell, wie er gekommen war, womit es in der finalen Session zu keinem Chaos kam.
"Q2 - das war der totale Wahnsinn", meinte Button, der aber auch seine Freude an dieser speziellen Herausforderung hatte. "Es war heute enorm schwierig, in Sachen Reifen immer genau die richtige Entscheidung zu treffen." Doch der Brite hatte wie seine ersten WM-Verfolger relativ gut den Durchblick behalten.
"In so einer chaotischen Phase ist es einfach wichtig, sich mit den Ingenieuren zu beraten und das Beste aus den getroffenen Entscheidungen zu machen", meinte etwa Webber. Und der Mann von "down under" wusste, dass auf ihn und seine Konkurrenten eine weitere ähnliche "Wetterlotterie" zukommen könnte. Denn für den Rennsonntag haben die Meteorologen in der Eifel ebenfalls wechselhafte Bedingungen vorausgesagt.
Vettel gibt sich selbstkritisch
Webbers Teamkollege Vettel, der zuletzt in Silverstone gewonnen hatte, war nach Platz vier alles andere denn zufrieden. "Ich hätte weiter vorne sein müssen. Die Runde war nicht so gelungen", übte der 22-jährige Hesse Selbstkritik. Vettel will trotzdem alles versuchen, um seinen Rückstand von 25 Punkten auf Button in der WM weiter zu verringern.
STARTAUFSTELLUNG:
1. Reihe:
1. Mark Webber (AUS) Red-Bull-Renault 1:32,230 Min. *
2. Rubens Barrichello (BRA) Brawn-Mercedes 1:32,357 *
2. Reihe:
3. Jenson Button (GBR) Brawn-Mercedes 1:32,473 *
4. Sebastian Vettel (GER) Red-Bull-Renault 1:32,480 *
3. Reihe:
5. Lewis Hamilton (GBR) McLaren-Mercedes 1:32,616 *
6. Heikki Kovalainen (FIN) McLaren-Mercedes 1:33,859 *
4. Reihe:
7. Adrian Sutil (GER) Force-India-Mercedes 1:34,316 *
8. Felipe Massa (BRA) Ferrari 1:34,574 *
5. Reihe:
9. Kimi Räikkönen (FIN) Ferrari 1:34,710 *
10. Nelson Piquet Jr. (BRA) Renault 1:34,803 *
6. Reihe:
11. Nick Heidfeld (GER) BMW-Sauber 1:42,310 **
12. Fernando Alonso (ESP) Renault 1:42,318 **
7. Reihe:
13. Kazuki Nakajima (JAP) Williams-Toyota 1:42,500 **
14. Jarno Trulli (ITA) Toyota 1:42,771 **
8. Reihe:
15. Nico Rosberg (GER) Williams-Toyota 1:42,859 **
16. Robert Kubica (POL) BMW-Sauber 1:32,190 ***
9. Reihe:
17. Sebastien Buemi (SUI) Toro-Rosso-Ferrari 1:32,251 ***
18. Giancarlo Fisichella (ITA) Force-India-M. 1:32,402 ***
10. Reihe:
19. Sebastien Bourdais (FRA) Toro-Rosso-Ferrari 1:33,559 ***
20. Timo Glock (GER) Toyota 1:32,423 ***
(Glock wurde wegen eines Regelverstoßes zurückversetzt)
* = Zeit in dritter Quali-Phase (Q3)
** = Zeit in zweiter Quali-Phase (Q2)
*** = Zeit in erster Quali-Phase (Q1)
(apa/red)
