Kehrt im Nahen Osten endlich Frieden ein? Netanyahu zu Gesprächen mit Abbas bereit
- Israelischer Premier will sich an geheimen Ort treffen
- Palästinenser beharren auf völligem Siedlungsstopp
Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanyahu hat dem palästinensischen Präsidenten Mahmoud Abbas sofortige Friedensgespräche angeboten. Netanyahu sagte während der wöchentlichen Kabinettssitzung, die in der Wüstenstadt Beersheva stattfand: "Ich schlage dem Vorsitzenden der Palästinensischen Autonomiebehörde vor, sich mit mir in Kürze an irgendeinem Ort in Israel zu treffen."
Netanyahu bekräftigte auch seinen Aufruf an die arabischen Staaten, mit Israel zusammenzuarbeiten. Die Palästinenser fordern als Bedingung für eine Wiederaufnahme von Friedensgesprächen mit Israel einen vollständigen israelischen Siedlungsstopp in den Palästinensergebieten. Dazu hat Netanyahu sich bisher nicht bereiterklärt. Er will keine neuen Siedlungen bauen und kein weiteres palästinensisches Land konfiszieren, besteht jedoch auf dem "natürlichen Wachstum" in den bestehenden Siedlungen.
Abbas beharrt auf Siedlungsstopp
Die palästinensische Regierung lehnt auch einen begrenzten Ausbau der israelischen Siedlungen im Westjordanland ab. "Es gibt keine Zwischenlösung in der Siedlungsfrage", sagte der palästinensische Chef-Unterhändler Saeb Erekat. Der Siedlungsausbau müsse umgehend gestoppt werden. Darauf habe Abbas in einem Brief an US-Präsident Barack Obama beharrt.
Die Palästinenser-Regierung reagierte damit auf einen Zeitungsbericht über neue Beratungen zwischen Israel und den USA im Streit über die Siedlungen. Die israelische Zeitung "Maariv" hatte berichtet, dass die USA Israel grünes Licht für die Fertigstellung von 2.500 Wohnungen geben könnten, um den wachsenden Siedlerfamilien genügend Wohnraum zu geben. US-Präsident Barack Obama hat den israelischen Siedlungsbau als eines der Haupthindernisse für einen dauerhaften Frieden in Nahost bezeichnet und einen Stopp gefordert. (apa/red)
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