Gedenkfeier an das Srebrenica-Massaker:
Täter müssen sich vor Gericht verantworten
- Rund 40.000 nehmen bei Erinnerungszeremonie teil
- Nationalistische Organisationen mit Bildern von Mladic

In der ostbosnischen Gedenkstätte Potocari sind rund 534 im vergangenen Jahr identifizierte Opfer des Massakers von Srebrenica, darunter drei damals erst 14-jährige Buben und ein 74-jähriger Mann, beerdigt worden. Der internationale Bosnien-Beauftragte Valentin Inzko forderte bei der Trauerfeier, dass die Verantwortlichen für das Massaker vor Gericht gestellt werden.
Niemand dürfe das Leiden der Opfer und ihrer Familien "verletzen oder minimalisieren". Es dürfe aber auch niemandem erlaubt werden, "die Erinnerung an diese Fragen für eigene politische Zielen zu missbrauchen", so Inzko.
Das bosniakische Mitglied des Staatspräsidiums, Haris Silajdzic, warf der internationalen Gemeinschaft indes indirekt vor, den bosnischen Serben immer wieder Zugeständnisse zu machen und damit die Folgen des in Srebrenica begangenen Völkermords aufrechtzuerhalten. "Die Fehler können begangen werden, dürfen aber nicht wiederholt werden", sagte Silajdzic.
Zwischen 30.000 und 40.000 Menschen
Zur Gedenkfeier auf dem Erinnerungsfriedhof unweit der ehemaligen UNO-Schutzzone Srebrenica reisten nach Angaben der Polizei zwischen 30.000 und 40.000 Menschen an. Kilometerlange Wagenkolonnen hinderten so manchen ehemaligen Einwohner Srebrenicas am rechtzeitigen Eintreffen. An der Gedenkfeier nahmen wie in den früheren Jahren erneut auch mehrere serbische nichtstaatliche Organisationen ein.
Im Juli 1995 hatten bosnisch-serbische Truppen die damalige UNO-Schutzzone Srebrenica eingenommen und an den leicht-bewaffneten niederländischen Blauhelmsoldaten vorbei rund 8.000 Muslime - vorwiegend Männer und Burschen - verschleppt und getötet. Tausende Kinder, Frauen und Greise wurden vertrieben.
(apa/red)
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