Montag, 6. Juli 2009

Ferrero-Waldner bald neue UNESCO-Chefin?
Verzicht auf ein zweites Mandat in Brüssel

  • Kandidatur für das hohe Amt offiziell angekündigt
  • Selbstsicher: "Es gibt gute Chancen auf einen Sieg"

EU-Außenkommissarin Benita Ferrero-Waldner hat in Paris offiziell ihre Kandidatur für den Posten des Generalsekretärs der UNO-Organisation für Wissenschaft, Bildung und Kultur UNESCO angekündigt. Gleichzeitig gab sie bekannt, dass sie sich nach reiflicher Überlegung für die UNESCO-Kandidatur entschlossen habe und damit nicht mehr ihre eigene Nachfolge in der EU-Kommission anstrebe.

Sie habe eine "Karriere als Brückenbauerin verschiedener Kulturen" hinter sich und wolle nun dazu beitragen, die UNESCO "neu zu lancieren", sagte Ferrero-Waldner. Zu ihren Erfolgsaussichten meinte sie: "Es gibt gute Chancen auf einen Sieg, auch wenn es keine einfache Wahl ist." Als Kernpunkte ihres Programms nannte Ferrero-Waldner den Beitrag zur Kulturvielfalt, die Stärkung der Rolle der Frauen sowie das Thema der "Erziehung für alle".

Keinen Kommentar wollte Ferrero-Waldner zu ihrem aussichtsreichsten Gegenkandidaten, dem ägyptischen Kulturminister Faruk Hosni abgeben, der wegen seiner Aussage, er würde israelische Bücher "sofort verbrennen", sollte er auf solche in ägyptischen Bibliotheken stoßen, heftig umstritten ist.

Auf die Frage, ob nach einem spanischen und einem japanischen UNESCO-Generalsekretär nun nicht ein Drittweltkandidat ernannt werden sollte, erwiderte die EU-Kommissarin: "Es kommt nicht darauf an, wer an den Posten berufen wird, sondern darum, ob er Entscheidungen trifft, die für alle hilfreich sind." Ferrero-Waldner betonte weiter, dass sie aufgrund ihrer politischen Karriere zahlreiche internationale Kontakte "auf höchster Ebene" besitze und diese dazu verwenden könne, der UNESCO zu einem neuen Aufschwung zu verhelfen. (apa/red)

6.7.2009 20:07