Sieg für oppositionelle Revolutionspartei: Präsidentenpartei gesteht Niederlage ein
- PRI liegt nach erster Auszählung bei etwa 35 Prozent
- Mexiko: Calderon muss starke Verluste hinnehmen

Bei der Parlamentswahl in Mexiko zeichnet sich ein Sieg der oppositionellen Partei der Institutionalisierten Revolution (PRI) ab. Nach Auszählung von knapp der Hälfte der Stimmen lag die PRI bei etwa 35 Prozent. Die rechtsliberale Nationale Aktionspartei (PAN) von Präsident Felipe Calderon muss dagegen Stimmenverluste hinnehmen und kommt auf 27 Prozent. Sie hält bisher 206 von 500 Sitzen in der zweiten Kammer des Kongresses und wollte mit ihrem harten Vorgehen gegen die Drogenkartelle bei den Wählern punkten.
"Wir erkennen das Wahlergebnis an und gratulieren der Partei der Institutionalisierten Revolution", sagt der Parteivorsitzende der konservativen PAN, German Martinez. Die PRI, die bis zum Jahr 2000 mehr als sieben Jahrzehnte ununterbrochen die mexikanische Politik dominierte, war im Abgeordnetenhaus zuletzt nur drittstärkste Kraft. PRI-Chefin Beatriz Paredes sagte am Sonntag (Ortszeit), dass ihre Partei ein Bündnis mit einer kleineren Partei im Parlament eingehen könnte.
Angesichts der schweren Wirtschaftskrise deuteten schon Umfragen auf Stimmengewinne für die PRI hin, die im alten Parlament 106 Sitze hatte. Zweitstärke Partei war bisher die linksgerichtete Partei der Demokratischen Revolution (PRD). Insgesamt waren rund 77 Millionen Mexikaner am Sonntag zur Stimmabgabe aufgerufen gewesen. Gewählt wurden am Sonntag außerdem 565 Bürgermeister und sechs Gouverneure. Die Wahlbeteiligung habe bei 43 Prozent gelegen, hieß es.
Themen im Wahlkampf waren die heftigen Folgen der Wirtschaftskrise sowie die Sicherheitslage im Land. Die mexikanische Wirtschaft schrumpfte im ersten Quartal um 8,2 Prozent. Die weltweite Krise hat dazu geführt, dass die im Ausland, vor allem in den USA, lebenden Mexikaner immer weniger Geld nach Hause schicken. Auch die Erlöse aus dem Ölexport gingen zurück. Beide Einnahmen sind Mexikos wichtigste Devisenquellen.
(apa/red)
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