"24 h Verkehr": Kampagne der Jungen
ÖVP Wien für SPÖ und Grüne zu sexistisch!
- "24-h-U-Bahn": Plakat zeigt Frau fast oben-ohne
- SPÖ: Werbung ist "frauenfeindlich" & "geschmacklos"

Die U-Bahnen sollen auch Freitag und Samstag Nacht rund um die Uhr fahren, fordert die Junge ÖVP Wien und stößt mit ihrer Werbekampagne für einen 24-Stunden-Betrieb bei SPÖ und Grüne auf heftige Kritik. Stein des Anstoßes: Auf einem der Plakate ist eine Frau abgebildet, die ihre entblößte Brust hinter einem Schild mit der Aufschrift "24 h Verkehr am Wochenende" versteckt. Das männliche Plakat-Pendant ist hingegen mit einem T-Shirt bekleidet. Beim dritten Sujet schmachtet sie ihn mit den Worten an: "Wenn wir unseren Verkehr so planen, kommen wir nie in Fahrt..." Für die beiden Konkurrenzparteien eindeutig zu sexistisch.
JVP-Obmann Sebastian Kurz verstand die Aufregung bei SPÖ und Grünen nicht: "Den Sexismusvorwurf kann ich persönlich nicht nachvollziehen." Man habe schließlich eine männliche und eine weibliche Pappfigur. Dass der Mann ein Oberteil anhabe, sei auf das Fotoshooting zurückzuführen gewesen. Da man das muskulöse Modell in der Oben-Ohne-Variante mit Öl eingerieben habe, sei der Effekt auf dem Foto dann zu extrem gewesen: "Das wurde uns zu arg." So habe man die T-Shirt-Variante genommen.
Grundsätzlich plane man jedenfalls, die beiden Pappkameraden bei den kommende Woche startenden Verteilaktionen aufzustellen. Vom dritten Sujet wird es 500 Miniplakate und 40.000 Flyer geben.
Zu sexistisch oder nur sexy?
SP-Frauenstadträtin Sandra Frauenberger kritisierte die Verkehrskampagne als "sexistisch und geschmacklos". Die Sujets würden an schmuddelige Pin-Ups in Kasernenspinden gemahnen: "Was hier zum Ausdruck kommt, ist frauenfeindlich und hat auf politischen Plakaten des 21. Jahrhunderts nichts verloren." Und auch die Grüne Gemeinderätin Claudia Smolik konstatierte: "Die gestern vorgestellte, besonders plumpe Kampagne zielt nur darauf ab, billige Effekthascherei zu betreiben und ist klar sexistisch."
Die Wiener VP-Frauensprecherin Barbara Feldmann sprang Kurz hingegen zur Seite und bezeichnete die Kritik als "lächerlich": "Hier sieht man wieder, wohin die SPÖ ihre Energien lenkt."
Nur eines ist Schade: Durch die Diskussion rund um den Sexismusvorwurf rückt die eigentlich gute Idee einer "24-h-U-Bahn" am Wochendende in den Hintergrund. (apa/red)
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