Montag, 13. Juli 2009

Justizministerium prüft jetzt "Causa Westi":
Staatsanwaltschaft übermittelt Unterlagen

  • BZÖ ortet Bruch der Abgeordneten-Immunität
  • Staatsanwaltschaft sieht Vorgehen aber gedeckt

Das Justizministerium lässt derzeit prüfen, ob das Vorgehen der Staatsanwaltschaft Wien bei der Rufdatenrückerfassung des BZÖ-Abgeordneten Peter Westenthaler korrekt war. Man sei derzeit dabei, sich die nötigen Unterlagen von der Staatsanwaltschaft zu beschaffen, hieß es im Büro von Justizministerin Claudia Bandion-Ortner. Ab kommender Woche soll sich der Untersuchungsausschuss zur Spionage-Affäre auch um diese Causa kümmern.

Westenthaler kritisiert, dass die Staatsanwaltschaft bei Ermittlungen über eine mögliche "undichte Stelle" bei der Polizei überprüft hatte, von welchen Telefonnummern aus sein Handy am 14. August 2008 in der Zeit von 11.00 bis 14.00 Uhr kontaktiert wurde. Grund für die Aktion: An diesem Tag hatte Westenthaler bei einer internen Sitzung behauptet, soeben polizeiinterne Informationen über angebliche Drogenermittlungen gegen Parteikollegen erhalten zu haben. Eine Behauptung, die sich später aber als falsch erwies.

Während das BZÖ die Rufdatenrückerfassung als Bruch der Abgeordneten-Immunität wertet, sieht die Staatsanwaltschaft ihre Vorgehensweise durch einen Erlass des Justizministeriums gedeckt. Dort heißt es, die Einbeziehung von Abgeordneten in Telefonüberwachungen sei zulässig, wenn die Abgeordneten nur als Kontaktpersonen in die Überwachung geraten. Westenthaler habe zu diesem Zeitpunkt als mögliche Kontaktperson eines Polizisten gegolten, der mit der angeblichen Datenweitergabe an den BZÖ-Abgeordneten das Amtsgeheimnis verletzt haben könnte.

(apa/red)

13.7.2009 13:37
Ferdiburli, 11. 07. '09 14:29
Die ganze Person Westenthaler
gehröt überwacht. Tag und Nacht !
sidestep, 09. 07. '09 12:06
Ja das ist ein Skandal
Westenthaler ist mir so wurst, wie es mir wurst ist, wenn ein Fahrrad in China umfällt. Diesmal ist es aber anders. Die Überwachung seines Handys in diesem Zusammenhang ist ein Skandal von besonderen Ausmaß. Welcher Richter hat diese Überwachung durch die Polizei genehmigt? Der gehört in eine Disziplinarverfahren geschickt, das sich gewaschen hat. Dass Westenthaler dafür zur Rechenschaft gezogen wird, dass er einen Polizisten angefahren haben soll (es gilt die Unschuldsvermutung) das versteht sich von selbst. Wenn aber für so etwas eine Telefonüberwachung genehmigt wird, für was wird dann noch eine Überwachung genehmigt. Sind normale Staatsbürger, die mit dem Hund spazieren gehen dann auch gefährdet? Diese Aktion ist ein veritabler Justizskandal. Diesmal wirklich und nicht nur behauptet!
pusher23, 09. 07. '09 23:53
Re: Ja das ist ein Skandal
Das sind ja schon Methoden wie in der Stasi-Zeit!
Kaum passt einer nicht, wird er gleich abgehört...
Und eines trau ich mich wetten: das es in zukunft noch leichter wird für die behörden dass man uns abhört.
internet-zensur, telefone abhören, datensammlungen für statistiken en masse, nur mehr plastikkarten für alles, den tv kann man auch nicht mehr einschalten bei diesem kommerziellen bullshit ja es wird immer ärger!!
sidestep, 10. 07. '09 08:03
Re: Ja das ist ein Skandal
Jetzt stellt sich die Sache doch ein bisschen anders da als am Anfang angenommen. Der Herr Westenthaler oder soll ich sagen der Herr Wichtigtuer hat halt wieder ein bisschen angegeben, dass er von einem Polizisten eine Information über Suchtgiftmissbrauch erhalten hat, obwohl das gar nicht stimmte. Der Mann kann halt sein vorlautes Maul offensichtlich nicht halten und muss wichtig sein. Dann passiert halt so etwas. Geschieht ihm recht!