Dienstag, 7. Juli 2009

Wende in Debatte um Korruptionsgesetz:
Auch Abgeordnete werden jetzt einbezogen

  • Alle Mandatare fallen unter den Begriff "Amtsträger"
  • Beschluss mittels Abänderungsantrag im Parlament

Mitten in der Diskussion um das Anti-Korruptionsgesetz haben die Regierungsparteien mit einer überraschend schnellen Einigung zur Frage der Einbeziehung von Abgeordneten in diese Regelung aufgewartet. Alle Mandatare (des Nationalrates, der Landtage, des Europaparlaments, etc.) werden in den Begriff des Amtsträgers mit einbezogen und fallen damit unter die Bestimmungen des neuen Gesetzes. Allerdings wird dabei auf die spezifische Form der Tätigkeit Rücksicht genommen, verkündeten die Klubobleute Josef Cap und Karl-Heinz Kopf vor dem Ministerrat.

Auch der Strafrahmen bleibt gleich. Beschlossen wird das Gesetz wie geplant diese Woche im Parlament. Die Einbeziehung der Abgeordneten wird mittels Abänderungsantrag erfolgen.

Auf SPÖ-Justizsprecher Hannes Jarolim, der zuvor noch eine Straffreiheit für EU-Mandatare gefordert hatte, angesprochen, meinte Cap, die Justizsprecher seien bei den Verhandlungen über die Regelung eingebunden gewesen.

Die Einbeziehung der Abgeordneten ändert freilich nichts an der zahlreichen Kritik am Gesetz. So bemängelte etwa der Politikwissenschafter Hubert Sickinger Ungenauigkeiten beim Amtsträgerbegriff sowie den Eingrenzungen der Delikte. Justizministerin Claudia Bandion-Ortner verteidigte das Gesetz aber einmal mehr als gute Lösung. (apa/red)

7.7.2009 19:48
Wilfried1931, 07. 07. '09 13:01
Hinterfozig
Wiedermal typisch für Rot und Schwarz, da versuchen sie ein Gesetz bzw. eine Frechheit durch zu boxen, ein Abgeordeter im Nationlrat soll vielleicht den Rang eines K&K Angehörigen haben und kein Gesetz soll für ihm gelten er soll käuflich sein und unangreifbar. Welchen Grund soll es geben das ein Antikoruptionsgesetz nicht für Abgeordnete gilt?? Gibt es dafür nur irgendeinen vernüftigen Grund, wahrschein nicht sonst hätte man einen gehört. Jetzt wo die Oposition Sturm gelaufen ist hat man eingelenkt, da sieht man wiedermal wie man der Regierung mißtrauen muß, sie haben jetzt noch viel zu viele Wählerstimmen, erst wenn beide unter 50% kommen könnte sich was ändern
sidestep, 07. 07. '09 20:05
Re: Hinterfozig
Dem ist nichts hinzuzufügen außer, dass ich bei der nächsten Wahl folgende Parteifarbe wähle: Weiß!!!!!