Montag, 13. Juli 2009

Was die Sonne alles kann: LEBEN über die Kraft der Sonne und ihre Schattenseiten

  • In Sachen Sonne gilt: "Die Dosis macht das Gift"
  • Ohne sie könnten wir Menschen nicht überleben

Sie weckt unsere Lebensgeister – wenn sie scheint, geht alles leichter, schöner und lustvoller. Aber die Sonne ist nicht nur Quell allen Lebens, sondern auch Verursacherin von Hautkrebs.

Schon seit Urzeiten fasziniert die Menschen der wärmende Ball am Himmel, ohne den kein Leben auf Erden möglich wäre. Man huldigte der Himmelsmacht in großen Festen und ebensolchen Bauwerken, und bereits Hippokrates bemerkte vor mehr als 2.000 Jahren, dass im Winter mehr Menschen Trübsal blasen als im Sommer. Doch Ironie des Schicksals: Der Terminus "Sonnenanbeter" ist heute negativ besetzt. Denn die Sonne ist eben nicht nur Quell allen Lebens und wichtig für Wohlbefinden und Gesundheit, sondern auch gefährlich.

Gefahr von oben
Setzen wir unsere wichtigsten zwei Quadratmeter, die Haut, zu lange ungeschützt der Sonne aus, dann können aggressive UVA- und UVB-Strahlen ihr böses Werk verrichten. Aber viele vergessen, dass für die Sonne einer der ältesten Grundsätze der Medizin gilt: "Die Dosis macht das Gift", hat schon Paracelsus, Arzt und Philosoph im 16. Jahrhundert, gepredigt. Und ohne eine Mindestdosis Sonne funktioniert der Mensch auch nicht.

Macht des Lichts
Die Sonne sendet Strahlen in allen Wellenlängen aus. Sonnenforscher Arnold Hanslmeier: "Zu 90 Prozent besteht die Sonnenstrahlung aus sichtbarem Licht. Der Rest sind alle anderen Strahlenarten: UVA und UVB – UVC wird von der Ozonschicht gefiltert – und die Wärmestrahlung Infrarot." Das sichtbare Tageslicht ist überhaupt nicht schädlich, im Gegenteil: "Die Sonne ist einer der wichtigsten Zeitgeber, strukturiert unseren Tag-Nacht-Rhythmus und so sämtliche Vitalfunktionen", erklärt Siegfried Kasper, Leiter der Psychiatrie im AKH Wien.

Die richtige Dosis
Die benötigte Dosis Tageslicht nimmt der Körper über die Augen auf. Kasper: "Sie sind quasi der vorgeschobene Teil unseres Gehirns. Das Licht wird von der Retina aufgenommen und über den Sehnerv direkt in den Hypothalamus geleitet." So werden, abhängig von der Lichtstärke, verschiedene Hormone (z.B. Serotonin) aktiviert, die neben Wachsein und Müdigkeit auch weitere Funktionen wie Temperatur, Libido, Appetit, Magen-Darm-Aktivität, Zuckerhaushalt und Wachstum regeln.

Besser sehen durch die Sonne
Eine Studie des Australia Research Council sagt sogar, dass eine ausreichende Dosis Tageslicht bei Kindern das Risiko für Kurzsichtigkeit reduziert. Und auch in der Schule kann Licht helfen: Einer kanadischen Untersuchung zufolge bringen Schüler in Gebäuden mit mehr Tageslicht um 20 Prozent bessere Leistungen. "Jeder Mensch braucht täglich zirka zwei Stunden Tageslicht, damit alle Körperfunktionen perfekt synchronisiert sind", so das Fazit des Psychiaters. "Im Sommer ist das einfach, im Winter helfen Tageslichtlampen sehr gut."

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13.7.2009 08:42