Glücklich ausgeräumt: Heinz Sichrovsky über Zürichs Glück und Ende
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Bald ist das Goldene Zeitalter also auch in Zürich abgelaufen. Barbara Frey übernahm in diesen Tagen das Schauspielhaus: eine auf Patriotismus und Quotenblödsinn beruhende Entscheidung für zeitgeistkonforme Mediokrität. Die Chefin kocht viel selber, und ihr Saisonprogramm verstärkt die Anmutung einer Hotelküche der Viersternekategorie. Die Oper hat noch zwei Jahre Zeit, dann kommt Andreas Homoki, derzeit an der Komischen Oper Berlin, einem vom Zusperren bedrohten Haus mit der hauptstädtischen Rekordminusauslastung von 65 %, Nulldirigenten und einem Ensemble unterhalb der Volksoper. Homokis Atout sind Regieberserker von Neuenfels bis Bieito, sein Zürcher Chefdirigent steht schon fest: Fabio Luisi, ein rastlos jobhoppender Mittelklassewedler, prägt ab 2012 das Haus, das von Harnoncourt und Welser-Möst hoch über seine Verhältnisse erhoben wurde. Um die Vorgänger muss einem indes weniger bang sein: Matthias Hartmann lässt mit seinem Gespür für das Qualitätsspektakel, mit tollen Schauspielern und der spannendsten Vielfalt an Regisseuren für das Burgtheater hoffen. Alexander Pereira übernimmt die Salzburger Festspiele und hat schon Pläne mit Harnoncourt und Welser-Möst, der seinerseits GMD der Wiener Staatsoper wird. Wir haben Zürich ausgeräumt, und Zürich hat sich nicht einmal gewehrt.
