Mittwoch, 8. Juli 2009

AUA - Stoppt die Spirale: Markus R. Leeb über die großen Verlierer im Machtkampf

  • Schicksal der ­Mitarbeiter interessiert Brüssel nicht
  • PLUS: Wie ist IHRE MEINUNG zu diesem Thema?

Die EU-Wettbewerbshüterin demonstriert einem Großkonzern ihre Macht. Wieder einmal. Diesmal ist es die Lufthansa. Der ­Gigant der Lüfte, immerhin die erfolgreichste Airline der Welt, darf nicht übermächtig werden und muss sich fair gegenüber der Konkurrenz verhalten. Gut so, sage ich als konsumierender und oberflächlich betrachtender EU-Bürger. Wenn ich allerdings unter der Oberfläche betrachte, wie bei diesem Machtkampf die Zukunft der Austrian Airlines aufs Spiel gesetzt wird, schwillt mir die Zornesader. Die AUA, die zu Recht als eine der besten Airlines gilt, wird scheibchenweise demontiert. Statt die Übernahme durch die Lufthansa rasch zuzulassen und damit Tausende Arbeitsplätze zu sichern, wird taktiert. Dass den unglaublich engagierten Mitarbeitern, denen ich hier gerne und erneut meinen Respekt zolle, langsam die Energie und Freude entweicht, interessiert in Brüssel keine Frau Kroes. Ich fürchte, es braucht nicht mehr viel, um die Unternehmenskultur der AUA, die schon so viel überlebt hat, zu brechen. Eintausend müssen bereits gehen, weil es ohne Sparmaßnahmen nicht geht. Jetzt wird die Flotte an Flugzeugen reduziert. Müssen wir zusehen, wie unser Stolz langsam zerbröselt? Die Spirale nach unten ist in Gang gesetzt. Noch ist Zeit, sie zu stoppen.

8.7.2009 14:55