Wachter über EU- Personlia & deren Folgen:
Plassnik im Gespräch und Molterer fast fix
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Benita Ferrero-Waldners UNO-Rückkehr wirft das Kommissions-Karussell an: Ursula Plassnik wird genannt, aber Willi Molterer ist Top-Favorit.
Benita Ferrero-Waldner hat es offiziell gemacht: Abschied aus der EU-Kommission, die gebürtige Salzburgerin will UNESCO-Generalsekretärin werden. Zurück zu ihren UNO-Wurzeln, von wo sie seinerzeit Wolfgang Schüssel als Außenministerin heimholte. Die andere Nachricht aus Brüssel: Ferreros Kommissars-Partner im Bereich EU-Außenbeziehungen, der Spanier Javier Solana, beendet im Herbst seine Karriere.
Daher: Wer wird nach der neuen EU-Geschäftsordnung (Lissaboner Vertrag) der künftige ständige EU-Außenminister, die Telefonnummer Europas, die sich einst Henry Kissinger so sehr wünschte? Hat Ursula Plassnik Chancen auf den EU-Superjob, der zugleich die Vizepräsidentschaft in der Kommission unter José Manuel Durão Barroso bedeutet? Plassnik wird in Brüssel dieser Tage auf der Favoritenliste dafür geführt. Indes: Das Brüsseler Personalkarussell ist viel komplizierter ...
Plassniks Handicaps
Dass Barroso, wie man hört, aus Österreich wieder eine Frau für seine neue EU-Kommission will, ist das stärkste Asset, das für Plassnik spricht. Womit sich auch Deutschlands mächtige Kanzlerin Angela Merkel anfreunden würde. Ob dies allerdings genügt, ist zweifelhaft. Denn zu sehr spielen andere Faktoren eine Rolle: etwa jener, dass Österreich kein Nato-Staat ist.
Molterers Top-Karten
Außerdem wird in der EU personell schon viel härter gepokert. Europas Sozialdemokraten (plus Liberale) wollen Barroso erst im Herbst via EU-Parlament bestätigen, um Europas Christdemokraten bis dahin den ersten ständigen EU-Präsidenten abzutrotzen Tony Blair. Plus: Ein Liberaler, Belgiens Guy Verhofstadt etwa, soll zudem EU-Außenminister werden. Womit für Österreich in der EU-Kommission abgesehen vom Wettbewerb, wofür sich größere EU-Staaten mittlerweile angemeldet haben, die Dossiers Budget, Binnenmarkt, Makroökonomie oder Energie zur Debatte stehen. Alles Themen, die ziemlich exakt auf Willi Molterer passen, der sich zuletzt drei Wochen lang in den USA dafür fit machte.
