Freitag, 3. Juli 2009

Läuten bald die Hochzeitsglocken? Magna kommt Opel-Einstieg wieder ein Stück näher

  • General Motors will auf Rückkaufoption verzichten
  • Chinesischer Autobauer BAIC legt neues Angebot vor

Im Bieterrennen um die Übernahme von Opel hat der Favorit Magna eine weitere wichtige Hürde genommen. Der US-Autokonzern General Motors (GM) verzichtet nach Angaben aus Verhandlungskreisen auf eine Rückkaufoption für seine frühere Tochter. Damit sei ein weiterer Stolperstein aus dem Weg geräumt, sagte ein Insider der Deutschen Presse-Agentur dpa. Unterdessen wollte der chinesische Autobauer BAIC ein nachgebessertes Offert für Opel präsentieren. Ein verbindliches Angebot solle binnen zwei Wochen folgen, berichtet die "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (FAZ) unter Berufung auf Kreise des Pekinger Unternehmens.

Der österreichisch-kanadische Zulieferer sieht sich in den Verhandlungen auf einem guten Weg. Auch bei der Magna-Forderung, von GM das Exklusivrecht für das Russland-Geschäft mit der Marke Chevrolet zu übernehmen, gebe es Fortschritte, hieß es in den Kreisen. Ein Ergebnis sei aber noch nicht erzielt worden.

Keine Konkurrenz befürchtet
Das Unternehmen hält an dem für einen Vorvertrag angestrebten Datum 15. Juli fest. Ein mögliches neues Angebot aus China treibe den Verantwortlichen von Magna keine Schweißperlen auf die Stirn, sagte der Insider. Manager von BAIC hatten in den vergangenen Wochen die Bücher von Opel geprüft und sich am Rüsselsheimer Stammsitz des Unternehmens umgeschaut.

Angeblich verlangen die Chinesen nur 4 Mrd. Euro staatliche Kreditbürgschaften - und damit etwas weniger als ihre Bieterrivalen, das Konsortium um Magna und die Investmentgesellschaft RHJ International.

Kurz zuvor hatte der Opel-Gesamtbetriebsratsvorsitzende Klaus Franz das Thema "Rückkaufoption" als eine der schwierigsten Punkte in den Verhandlungen zwischen Magna und GM bezeichnet. Magna-Vorstandschef Siegfried Wolf hatte betont, sein Unternehmen werde dieser Forderung sicher nicht zustimmen.

Magna will Beteiligung von 20 Prozent
Nach den bisherigen Plänen des Zulieferers bleibt GM mit 35 Prozent an Opel beteiligt, Magna strebt eine Beteiligung von 20 Prozent an, weitere 35 Prozent sind für den Partner Magnas, die russische Sberbank, vorgesehen. Allerdings wird die Sberbank nach Angaben des Opel-Betriebsrats seine Stimmrechte an Magna übertragen. (apa/red)

3.7.2009 13:57