Nabucco-Pipeline bald in den Startlöchern?
Regierungsabkommen schon beschlossen
- 13. Juli: Unterzeichnung in türkischer Hauptstadt
- Abhängigkeit von Russland soll verringert werden

·Nabucco doch noch
nicht in der Pipeline?
Einigung über Gasleitung
der OMV wird dementiert
·Kostbare "Rohrpost"
vom Kaspischen Meer
OMV will mit der Pipeline
Nabucco mehr Gas geben
am Bau der geplanten Gaspipeline Nabucco beteiligten Regierungen von Österreich, Ungarn, Rumänien, Bulgarien und der Türkei werden voraussichtlich am 13. Juli in Ankara eine Regierungsvereinbarung unterzeichnen. Das Dokument werde "den rechtlichen Rahmen" für das Milliarden-Projekt festzurren, sagte ein Sprecher von EU-Energiekommissar Andris Piebalgs in Brüssel. Mit Nabucco will Europa seine Abhängigkeit von russischem Gas verringern.
Nabucco soll von 2013 an Gas vom Kaspischen Meer - vor allem aus Aserbaidschan, Kasachstan und Turkmenistan - bis nach Österreich transportieren. An dem in Wien ansässigen Industriekonsortium sind unter anderem der österreichische Versorger OMV und der Essener Energiekonzern RWE beteiligt. Deutschland könne indes Beobachter nach Ankara schicken, hieß es aus EU-Diplomatenkreisen.
Es gebe noch terminliche Unsicherheiten, sagten Diplomaten. So sei unklar, ob EU-Kommissionspräsident Jose Manuel Barroso in die türkische Hauptstadt reisen könne, sollte er sich im gleichen Zeitraum im Europaparlament zur Wiederwahl stellen. EU-Beobachter halten diese Möglichkeit aber für gering.
Hinter dem Projekt stehen weiterhin viele Fragezeichen. Der Baubeginn wurde bereits von diesem auf kommendes Jahr verschoben. So steht Nabucco vor hohen finanziellen Hürden. Die EU unterstützt das bis zu 9 Mrd. Euro teure Projekt mit 250 Mrd. Euro. Europa will mit Nabucco seine Abhängigkeit von Russlands Energiereserven zumindest teilweise mindern. Aber auch Russland bemüht sich intensiv um Verträge mit den Produzentenländern. Hauptproblem bleibt somit die Ungewissheit, wer die anfangs etwa 10 Mrd. Kubikmeter und langfristig 31 Mrd. Kubikmeter Gas jährlich liefern kann. (apa/red)

