Donnerstag, 2. Juli 2009

Zum Golde drängt, am Golde hängt alles:
NEWS gibt Tipps für die Edelmetallanlage

  • Preis erreicht seit Krisenbeginn neue Höchststände
  • Hype um Edelmetall hat aber auch seine Grenzen

Millionen Sparer flüchten in das Edelmetall. Bei der scheinbar sicheren Anlage ist vieles zu beachten. Anleger vertrauen seit zwei Jahren wieder vermehrt dem Edelmetall und treiben den Preis zwischenzeitlich auf Höchststände. Mehrfach lag der Preis für eine Feinunze Gold nah an der magischen 1.000-Dollar-Grenze. Am 17. März 2008 wurde sie sogar geknackt.

Gold gilt gerade in Krisenzeiten als Fels in der Brandung. Wenn Währungen und ganze Staaten vor dem völligen finanziellen Zusammenbruch stehen, drängen die Menschen vermehrt in die Anlageform, die sich schon in vorangegangenen schwierigen Zeiten als bombensicher erwiesen hat. Das zu Börsenboomzeiten langweilige Gold gilt als Maß aller Dinge. Doch Marcus Fasching, Chef der Ögussa (Österreichische Gold- und Silberscheideanstalt), warnt gerade vor überstürzten Kleinkäufen: Es ist völliger Unsinn, geringe Goldmengen als gute Anlageform anzusehen. Beim momentanen Goldpreis kostet ein Gramm feinstes Gold etwa 22 Euro auf dem Markt, es wird aber um 30 Euro verkauft. Dafür bekommen Sie, wenn es hart auf hart kommt, höchstens ein Abendessen. Interessant und wirklich rentabel wird es zum Beispiel bei einem Kilo. Ein Kilo-Nugget kostet 22.000 Euro auf dem Markt, wir verkaufen es um 22.040 Euro. Diese Mehrkosten sind zu verschmerzen.“

Ähnlich beurteilt Roland Öhler, Goldexperte der Sparkasse Oberösterreich, die Panikkäufe: Man sollte erst ab einer Unze Gold (31,1 Gramm) auf Gold als Investitionsform umsteigen. Je größer das investierte Geldvolumen, desto geringer sind die Kosten. Der Aufschlag hält sich bei einem Kilobarren mit 2,3 Prozent deutlich in Grenzen.“

Gold keine Einbahnstraße
Doch der Hype um das Edelmetall hat seine Grenzen. Der Goldpreis wird nicht ewig weitersteigen. Gold ist keine Einbahnstraße. Es gibt trotz der Krise und dem Run auf Gold starke Schwankungen“, erklärt Experte Öhler.

Die Schmuckindustrie fragt Gold wegen der hohen Preise nicht mehr so stark nach, also könnte der Preis durchaus auch schnell wieder sinken. Die Verarbeitung zu Schmuckstücken ist nach wie vor die häufigste Verwendungsform für Gold. Daher ist die Nachfrage auch entscheidend. Im gleichen Maß kann der Kurs aber auch weiter steigen. Ögussa-Boss Fasching schätzt die momentane Situation als unvorhersehbar ein: Sobald die nächsten schlechten Meldungen durch die Presse rauschen, kann es wieder steil bergauf gehen. Prognosen will ich aber keine abgeben.“

Der Goldfachmann aus Linz, Roland Öhler, rät davon ab, sich die goldene Krisenabsicherung im Internet zu besorgen. Erstens bekommt man es nicht günstiger, und zweitens ist der Kauf bei Banken, der Ögussa oder bei der Münze Österreich einfacher, direkter und sicherer.“

Bastian Kellhofer

Lesen Sie im aktuellen NEWS 27/09, welche Alternativen zum Gold zu empfehlen sind!

2.7.2009 15:14