Mittwoch, 1. Juli 2009

Lage am Arbeitsmarkt zappenduster:
Um 33 Prozent mehr Arbeitslose im Juni

  • 291.920 Menschen ohne Job, 62.217 in Schulungen
  • Österreich liegt im EU-Schnitt auf dem zweiten Platz

Die Lage am österreichischen Arbeitsmarkt hat sich weiter verschlechtert. Ende Juni ist die Zahl arbeitslos gemeldeter Menschen - ohne in Schulung befindliche - im Jahresabstand um 33 Prozent auf 229.703 angestiegen. Dies gaben Arbeitsmarktservice (AMS) und Sozialminister Hundstorfer bekannt.

Samt den 62.217 Schulungsteilnehmern waren insgesamt 291.920 Menschen ohne Job. Die Zahl der gemeldeten offenen Stellen sank binnen Jahresfrist um 38,1 Prozent auf 27.180. Die Beschäftigtenzahl insgesamt hat sich um 1,9 Prozent auf 3,39 Millionen verringert.

Die Arbeitslosigkeit werde im Herbst weiter steigen, so Hundstorfer. Er erwarte "ein schwieriges Frühjahr 2010". Derzeit gebe es eine "Industriearbeitslosigkeit, die primär jung und männlich ist. Ob es zu Verschiebungen in andere Bereiche kommen werde, werde davon abhängen, ob Handel und Tourismus stabil bleiben.

"Wir befinden uns in der tiefsten ökonomischen Krise seit den 30er Jahren", so AMS-Vorstand Buchinger. Der heimische Arbeitsmarkt werde allerdings auf einem sehr hohen Niveau getroffen. Mit einer EU-Arbeitslosenquote liegt Österreich heuer noch immer besser als im Juni 2005 als die Quote 5,3 Prozent betrug.

AMS vermittelte 320.000 Personen
Im ersten Halbjahr 2009 konnten mehr als 320.000 Personen mit Hilfe des Arbeitsmarktservice (AMS) eine Beschäftigung aufnehmen. 20 Prozent davon waren Jugendliche und mehr als ein Viertel war älter als 45 Jahre.

Nun fordert AK-Präsident Tumpel ein drittes Arbeitsmarktpaket. "Ich verlange, dass umgehend mit der Vorbereitung eines weiteren Arbeitsmarktpaketes begonnen wird. Der Finanzminister muss die dafür notwendigen Mittel bereitstellen", so Tumpel.

Die arbeitslosen Menschen und die von Arbeitslosigkeit bedroht Beschäftigten, brauchen die gleiche Unterstützung wie die Banken und Unternehmen. Er fordere daher auch eine Erhöhung des Arbeitslosengeldes sowie eine attraktivere und besser abgesicherte Bildungskarenz.
(apa/red)

1.7.2009 14:52