Tag der Wahrheit für die Austrian Airlines:
EU-Kommission urteilt über Lufthansa-Deal
- Weiterer Fortbestand der AUA steht auf dem Spiel
- Für Übernahme durch Lufthansa läuft die Zeit davon

·Ende der Reise unter
rot-weiß-roten Flügeln
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die Geschichte der AUA
·EU-Kommission und
Lufthansa pokern hoch
AUA-Verkauf als heikles
Machtspiel in Brüssel
Wenn die Mühlen der EU-Kommission mahlen, tun sie das langsam, aber gründlich. Davon kann die Austrian Airlines (AUA) ein Liedchen singen: Seit Anfang Mai läuft die Prüfung, bei der die Kommission feststellt, ob der Verkauf der AUA an die Lufthansa wettbewerbsrechtlich tolerierbar ist. Doch heute sollte das Warten ein Ende haben: Die Kommissarin Neelie Kroes wird verkünden, ob und unter welchen Bedingungen die EU der Übernahme zustimmt. Die Entscheidung wird mit Spannung erwartet. Auf dem Spiel steht nichts weniger als die Zukunft der österreichischen Fluglinie.
Viel Zeit bleibt der AUA nämlich nicht mehr. Bedingt durch die Wirtschaftskrise wurde das erste Quartal mit einem Minus von 88,1 Millionen Euro abgeschlossen, nachdem bereits 2008 ein Jahresverlust von 430 Millionen Euro eingefahren worden war. Sollte die Entscheidung der EU-Kommission nicht rasch fallen, droht der AUA das Geld auszugehen. Folglich übt sich die AUA in Zweckoptimismus: "Wir gehen davon aus, dass die EU dem Zusammenschluss zustimmen wird und wir das Closing mit Sommer 2009 abschließen", wie AUA-Sprecher Michael Braun gegenüber NEWS.at bestätigte.
Beim deutschen Flug-Riesen versucht man sich allerdings noch im Pokern. Wolfgang Mayrhuber, Lufthansa-Boss österreichischer Herkunft, verkündete in Richtung EU-Kommission noch vor wenigen Tagen, dass er eine an allzu strenge Bedingungen geknüpfte Bewilligung nicht akzeptieren werde. Nicht auszuschließen ist, dass die Lufthansa von ihrem Kaufvertrag zurücktritt, wenn die von der EU aus wettbewerbsrechtlichen Gründen gefällten Konditionen zu streng sein sollten. "Wir wollen eine AUA, aber kein AUA-lein", wandte sich Mayrhuber gegen die Pläne, Landerechte der österreichischen Fluglinie nach der Übernahme abgeben zu müssen.
Harte Nuss für EU-Kommission
Die Entscheidung ist aber für die EU-Kommission keine leichte. Zahlreiche kleinere Fluglinien befürchten eine Marktkonzentration in den Händen der eifrig expandierenden deutsche Lufthansa, die sich eben erst die Brussels Airlines und die britische BMI einverleibte. Diesen Beschwerden Rechnung zu tragen, gleichzeitig aber die Existenz der AUA nicht aufs Spiel zu setzen, stellt für die europäische Behörde eine große Herausforderung dar und führte zuletzt sogar zu Unstimmigkeiten zwischen Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes und Verkehrskommissar Antonio Tajani.
Sollten diese inzwischen nicht gänzlich ausgeräumt sein, ist nicht ganz undenkbar, dass die EU-Kommission auf Zeit spielt, heute nur eine allgemeine Einschätzung abgibt und mit dem endgültigen Beschluss über eine Genehmigung des AUA-Verkaufs noch zwei Wochen wartet. Eine Variante, die aber weder AUA noch Lufthansa wünschen. Denn die österreichische Fluglinie kann nicht länger dem Mahlen der Mühlen lauschen: Ihr läuft die Zeit davon. Immerhin gibt es einen Plan B in der Schublade der AUA: Für den Fall, dass die Übernahme durch die Lufthansa nicht gelingen sollte, könnte die Stand-Alone-Strategie noch einmal ausgegraben werden. Das würde allerdings eine deutliche Verkleinerung des Unternehmens und der Flugstrecken bedeuten, wie AUA-Sprecher Braun NEWS.at wissen ließ. Dann wäre die AUA tatsächlich nur mehr ein AUA-lein.
(red)

