Dienstag, 30. Juni 2009

Personal-Verleiher Connect geht pleite: Vier Firmen mit in den Konkurs geschickt

  • Verbindlichkeiten von mehr als 14 Millionen Euro
  • 780 Arbeitsplätze von der Firmenpleite betroffen

Der Personal-Verleiher Connect hat vier Firmen in Konkurs geschickt. Von den Pleiten mit Gesamtverbindlichkeiten von mehr als 14 Millionen Euro sind rund 780 Arbeitsplätze und an die 500 Lieferanten und sonstige Gläubiger betroffen. Die Vermögenswerte bezifferten AKV und KSV in Presseaussendungen mit etwa vier Millionen Euro.

Im Konkurs sind die Connect S R GmbH, die Connect Personalmanagement GmbH Co KG, die Connect Personalmanagement GmbH in Neuzeug (Bezirk Steyr-Land) sowie die Connect Personalmanagement GmbH in St. Valentin (Bezirk Amstetten).

Wirtschaftskrise an Jobabbau schuld
Als Insolvenzursache wurde die Wirtschaftskrise genannt, die zu einem massiven Einbruch der Ertragslage geführt haben soll. Durch Jobabbau und auch andere Maßnahmen versuchte man zwar gegenzusteuern, die Bemühungen blieben aber erfolglos. Laut AKV gelang es auch nicht, einen branchenähnlichen Investor zu finden um Synergieeffekten zu nutzen. Eine Sanierung sämtlicher Firmen über einen Zwangsausgleich ist beabsichtigt.

Von den Gesamtverbindlichkeiten entfällt fast die Hälfte auf Schulden bei Abgabengläubigern wie Finanzamt, Krankenkasse und Gemeinden. Die Verbindlichkeiten gegenüber den Dienstnehmern werden mit rund 2,6 Millionen Euro in den Konkursanträgen ausgewiesen. Der Rest wird Banken und Lieferanten geschuldet. Die Kunden der Personalverleiher müssten unter gewissen Umständen für Ausfälle an Sozialversicherungsbeiträgen haften, selbst wenn sie an Connect alle Rechnungen bezahlt haben, so der KSV. Für rückständige Löhne würden die Beschäftigerfirmen aber nicht haften, wenn die Arbeitnehmer ihr Geld vom Insolvenzfonds erhalten.

Land Oberösterreich will Mitarbeitern helfen
Nach der Connect-Pleite hat das Land Oberösterreich "volle Hilfe und Unterstützung" für die betroffenen Mitarbeiter zugesagt. Landeshauptmann Josef Pühringer und Wirtschaftslandesrat Viktor Sigl verwiesen in einer Presseaussendung auf die sogenannte Arbeitsstiftung neu. Kündigungen seien vorerst keine angemeldet. Andere Leasingunternehmen, aber auch Firmen wie der Landtechnikkonzern CNH in St. Valentin oder BMW in Steyr hätten signalisiert, Personal zu übernehmen. (apa/red)

30.6.2009 13:41