In Salzburg sind die Sprit-Hamsterer los:
Großer Andrang in Hofers Billig-Tankstellen
- 3 Tanksäulen-Filialen bieten Super um 0,63 Euro an
- Konkurrenz reagierte sofort auf das "Preisdumping"

·Tankstellenroulette soll ein Ende haben
Benzinpreise nicht mehr mehrmals täglich ändern
·Energiekosten um 11,6 Prozent billiger
Strom & Gas im Vergleich
zum Vorjahr aber teurer
Bei drei Filialen des Lebensmitteldiskonters Hofer kann im Großraum von Salzburg ab sofort nicht nur günstig eingekauft, sondern auch billig getankt werden. Auf den Parkplätzen der Märkte in Wals-Siezenheim (Airportcenter), Obertrum und im Salzburger Stadtteil Schallmoos sind seit Sonntag die Zapfsäulen offen. Und sofort begann ein beinharter Preiskampf mit den Konkurrenz-Tankstellen der großen Konzerne in unmittelbarer Nähe: Kostete der Liter Diesel bei Beginn noch 0,865 Euro, lag er am Montag um 9.00 Uhr schon bei 0,565 Euro.
So verkaufte die OMV in Obertrum den Liter Diesel am Sonntag zu Mittag noch um 0,959 Euro, am Montagvormittag war er schon um 0,585 zu haben. "Innerhalb von Minuten ist die OMV unter den Einkaufspreis gegangen. Die Bundeswettbewerbsbehörde ist eingeschalten", ärgerte sich Markus Friesacher, ehemaliger Formel-3000-Rennfahrer und Geschäftsführer des Diskont-Tankstellenbetreibers Free Energy (FE) Trading GmbH.
Super um 63 Cent
Die drei Diskont-Tankstellen verkauften den Diesel nun um 0,565 Euro, Benzin 91 und Super gab es um 0,632 Euro. Doch die Preise sanken vorerst noch weiter. Die rund zwei Kilometer vom Hofer in Wals-Himmelreich entfernt gelegene Shell-Tankstelle an der Innsbrucker Bundesstraße zog am Montag in der Früh sofort nach und verkaufte Diesel und Benzin um denselben Preis wie die FE-Trading.
Mit "seiner" Kundenfrequenz zeigte sich Friesacher im APA-Gespräch vollends zufrieden: "Das Projekt ist besser angelaufen wie erwartet. In Obertrum war gestern schon ein kompletter Stau. Es kommen junge und alte Leute, Frauen wie Männer. Sie können zu Diskontpreisen einkaufen und um zwei Cent günstiger tanken als die Konkurrenz. Wir sind zuversichtlich, dass es gut weiterläuft."
Rund 100 Diskonttankstellen sind österreichweit geplant, womöglich werden noch heuer weitere eröffnet.
Billigpreise locken auch Bayern an
Spätestens am Nachmittag hatten sich die purzelnden Spritpreise in Salzburg wie auch im benachbarten Bayern herumgesprochen: Die Tankstellen, die nun zum Teil auch weiter entfernt von den Diskontern die Preise massiv nach unten gedreht hatten, wurden regelrecht gestürmt. "Wenn die Benzinpreise um 40, 50 Cent fallen, dann bricht bei uns der Verkehr fast zusammen", schüttelte man in der Verkehrsleitzentrale der Polizei den Kopf.
Sowohl in Obertrum (Flachgau) als auch in der Stadt Salzburg gab es große Behinderungen, "selbst die Tankwagen mit Nachschub kommen nicht mehr durch", so der Polizist. So reichte beispielsweise von Freilassing im benachbarten Bayern Richtung Salzburg die Blechlawine kilometerweit zurück, auch auf der Westautobahn in Wals oder bei Salzburg Mitte stand alles.
(apa/red)

