EU-Kommission und Lufthansa pokern hoch:
AUA-Verkauf brisantes Machtspiel in Brüssel
- Ohne Genehmigung bis August scheitert Übernahme
- Kleinere Luftlinien fürchten Dominanz der Lufthansa
Der Deal AUA-Lufthansa wird in EU-Kreisen als Machtspiel zwischen der Kommission und der deutschen Luftlinie gesehen. Beide Seiten würden hoch pokern. Bis Juli müssten aber die Genehmigungen vorliegen, sonst drohe das Scheitern der Übernahme, heißt es.
Auf der anderen Seite gebe es in diesem Fall auch unterschiedliche Interessen zwischen den beiden betroffenen Generaldirektionen Wettbewerb und Verkehr. Dies wiederum werde durch politische Überlegungen überlagert. Von einem Streit zwischen Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes und Verkehrskommissar Antonio Tajani zu sprechen, wäre aber zuviel.
Darüber hinaus gebe es aufgrund der geplanten Übernahme der AUA durch Lufthansa auch Angst von kleineren Luftlinien vor einer dann übermächtigen Airline. Die Lufthansa ist zuletzt bei der belgischen Fluggesellschaft Brussels Airlines eingestiegen und hat ihre Beteiligung an der britischen BMI aufgestockt. In Sachen AUA sei jedenfalls derzeit noch nichts entschieden, hieß es am Montag in EU-Kreisen in Brüssel.
Die Luftfahrt ist insgesamt auch von der Wirtschaftskrise negativ betroffen. Lufthansa-Chef Wolfgang Mayrhuber hatte vor drei Tagen allerdings mit einem baldigen Ende des Abschwungs gerechnet. Und angesichts der laufenden Prüfung der EU-Kommission wegen der AUA-Übernahme zeigte sich Mayrhuber optimistisch, er rechne nicht mit großen Auflagen. Es wäre nicht einzusehen, wenn die Lufthansa Landerechte abgeben müsste. Und die Lufthansa wolle "eine AUA, aber kein AUA-lein".
(apa/red)

