Sonntag, 5. Juli 2009

Williams gegen Williams in Wimbledon: Serena kann sich gegen Venus durchsetzen

  • Jüngere Schwester sichert dritten Triumph 7:6, 6:2
  • Im Doppel triumphierten die Schwestern gemeinsam

Serena Williams hat den dritten Triumph in Wimbledon geschafft und ihrer Schwester Venus damit den sechsten Triumph verdorben. Im vierten "Sister Act" auf dem Heiligen Rasen gewann die jüngere der beiden Tennis-Größen aus den USA, was ihr ein Preisgeld von 993.000 Euro einbrachte. "Ich bin überglücklich und kann's noch gar nicht fassen", so die Siegerin mit der Venus-Rosewater-Trophäe im Arm. Im Doppel konnten sich dann beide Schwestern über den Titel freuen.

Mit 7:6(3),6:2 setzte sich die 27-Jährige überraschend klar durch, nachdem sie im Halbfinale gegen die Russin Jelena Dementjewa erst nach Abwehr eines Matchballes dem Ausscheiden glücklich entgangen war. Venus hatte ihre Niederlage in nur 87 Minuten noch immer nicht kapiert, als sie bei der Siegerehrung stand. "Ich hab das alles noch gar nicht realisiert", sagte sie und versprach: "Aber ich komme wieder, weil ich liebe, was ich mache."

Für Titelverteidigerin Venus war der letzte Arbeitstag bei den 123. All England Championships ein Schrecken, der ihr nur dadurch erträglich wurde, dass sie gegen ihre Schwester verlor. "Ich liebe sie - und wenn ich schon verlieren muss, dann gegen Serena", sagte die 29-Jährige, die in Wimbledon fünfmal triumphiert hat und damit in der Reihe der Seriensiegerinnen hinter Martina Navratilova (neun) und Steffi Graf (sieben) an Position drei steht. Als Trostpflaster bekam sie ein Preisgeld von 496.000 Euro.

Doch im 21. Vergleich mit der kleinen Schwester, die mit dem elften Sieg zugleich ihren elften Grand-Slam-Titel holte, ging diesmal nicht alles nach Plan. Beim 6:1,6:0 hatte sie die Weltranglisten-Erste Dinara Safina im Halbfinale noch dermaßen an die Wand gespielt, dass niemand Zweifel daran hegte, die alte und neue Wimbledonsiegerin gesehen zu haben.

"Ich will diesen Sieg unbedingt. Auch wenn ich dafür meine Schwester schlagen muss", hatte Serena angekündigt. Und sie hielt Wort. Vater Richard Williams hatte nichts anderes erwartet, bevor er einer Tradition folgend vor dem Finale die Heimreise angetreten hatte. "Serena ist auf dem Platz wie ein Kettenhund - härter als jede andere", sagte der knorrige Tennis-Vater.

Im Doppel konnte Serena danach ihren doppelten Triumph beim Tennis-Grand-Slam-Turnier in Wimbledon perfekt machen. Sie setzte sich nur wenige Stunden nach dem Erfolg im Einzel im Doppel an der Seite ihrer Schwester gegen die Australierinnen Samantha Stosur/Rennae Stubbs in zwei Sätzen mit 7:6(4),6:4 durch. (apa/red)

5.7.2009 14:16