Gewaltsame Zusammenstöße in Budapest: Rechtsradikale protestieren für die "Garde"
- Mindestens 70 Demonstranten wurden festgenommen
- Parolen: "Dreckige Juden" und "Es lebe die Garde"

Bei einer Demonstration von Hunderten Rechtsextremisten und Angehörigen der verbotenen Ungarischen Garde ist es in der Hauptstadt Budapest zu Zusammenstößen mit der Polizei gekommen. Die Demonstranten warfen mit Gegenständen. Ein Kameramann wurde leicht verletzt. Die Polizei setzte Pfefferspray ein und nahm mindestens 70 Kundgebungsteilnehmer fest, meldete die Nachrichtenagentur MTI.
In den Abendstunden hatten die Ordnungshüter die nicht angemeldete Kundgebung weitgehend aufgelöst, berichteten Augenzeugen. Die Demonstration richtete sich gegen das zwei Tage zuvor von einem Budapester Gericht verhängte, rechtskräftige Verbot der Ungarischen Garde. Die paramilitärische Gruppe war im Sommer 2007 von der rechtsextremen Partei Jobbik (Die Besseren) gegründet worden. Die Formation verwendet Uniformen und Symbole, die an die faschistische Herrschaft in Ungarn erinnern, und marschiert häufig durch Orte und Siedlungen mit Roma-Bevölkerung.
Bei der Kundgebung wurden Parolen wie "Es lebe die Garde!" und "Dreckige Juden!" gerufen. Unter den Demonstranten waren rund 100 Garde-Angehörige in Uniform. Sie formierten sich zu einem Sitzstreik und wurden teilweise von den Polizisten weggetragen. Auch der Jobbik-Chef Gabor Vona mischte sich unter die Kundgebungsteilnehmer. Die Polizei brachte ihn jedoch weg. Seine Partei hatte bei der Europawahl im Juni 15 Prozent der Stimmen auf sich vereint.
(apa/red)
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