Freitag, 3. Juli 2009

Übergangsregierung offen für Neuwahlen:
Zelaya will am Wochenende zurückkehren

  • Honduras: Gestürzter Präsident ruft zu Protesten auf
  • EU-Staaten ziehen ihr Botschafter aus Honduras ab

Wenige Tage nach dem Militärputsch in Honduras hat sich die Übergangsregierung offen für eine Neuwahl des Präsidenten gezeigt. Mit der Vorverlegung der für November geplanten Wahl solle die Krise nach dem Sturz des Präsidenten Zelaya gelöst werden, sagte Übergangspräsident Micheletti. Unterdessen rief Zelaya seine Anhänger auf, weiter gegen seine Absetzung durch das Militär zu protestieren.

Micheletti schloss eine Volksabstimmung über eine Rückkehr Zelayas ins Amt nicht aus. Das sei zwar möglich, wäre derzeit jedoch schwierig, sagte er. Zelaya war im Streit über eine von ihm angestrebte zweite Amtszeit vom Militär gestürzt und außer Landes gebracht worden. Der Putsch hat massive internationale Kritik ausgelöst.

Botschafter zurückbeordert
Aus Protest haben alle EU-Staaten ihre Botschafter aus Honduras zurückbeordert. Zugleich forderte die schwedische EU-Ratspräsidentschaft die Rückkehr Zelayas ins Amt und appellierte an alle Seiten, auf Gewalt zu verzichten und eine friedliche Lösung zu suchen.

Zelaya hat eine für Donnerstag angekündigte Reise in sein Heimatland verschoben. Er werde frühestens am Wochenende nach Honduras zurückkehren, erklärte er. Die Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) hat den Putschisten ein Ultimatum bis zum Wochenende gestellt, um den Konflikt beizulegen. Andernfalls will die OAS über die Suspendierung der Mitgliedschaft Honduras beraten.

(apa/red)

3.7.2009 09:03