"Erwischen sie mich, dann bin ich dran ...":
Österreicher berichtet exklusiv aus dem Iran
- Was in Teheran passiert und die Welt nicht mehr sieht
- NEWS: "Auf die Straße geschleift & dann verprügelt"
Meiste Todesopfer gehen auf brutale Basiji-Milizen

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"Haltet meine Identität geheim, sonst bin ich erledigt", schreibt der Österreicher in seiner Mail. Stundenlang ist er auf der Suche nach einem Internet-Café durch Teheran gelaufen, um von dort NEWS seinen Bericht zukommen zu lassen. Einen Bericht den es eigentlich nicht geben dürfte, wenn es nach dem Regime im Iran geht. Dessen Basiji-Milizen machen längst Jagd auf jeden, der versucht, die Wahrheit zu fotografieren, zu filmen oder zu Papier zu bringen. Denn keiner soll erfahren, mit welcher Brutalität der Oppositionsprotest niedergeschlagen wird.
Kians Hemd ist schmutzig. Sämtliche Knöpfe sind abgerissen. Über eine Stunde haben wir nach ihm gesucht. Die Polizei hat ihn aufgehalten. Das Handynetz war wie immer tot. In einer Straßenecke fanden wir ihn. Was haben sie mit dir gemacht?, fragten wir. Nichts, kommt, gehen wir heim, genug für heute. Zuhause starrt er vor dem Spiegel auf seine Wunden. Das ist also nichts?, frage ich ihn noch einmal. Ja, ich hatte Glück, der Typ war mit einem anderen beschäftigt, hat ihn verprügelt, da blieb für mich keine Zeit mehr, ein anderer Polizist ließ mich laufen, keine Elektroschocker, kein Gefängnis, keine Folter, nicht einmal Knochenbrüche. Ich hatte Glück, ist sich Kian sicher.
Auf die Straße geschleift & verprügelt
Zwei Burschen, vielleicht 12 und 14 Jahre alt, wollten sehen, was auf den Demonstrationen passiert. An den Haaren wurden sie von den Basijis auf die Straße geschleift und verprügelt. Die Schreie der Demonstranten Hey, die haben sich zwei Kinder genommen, lasst sie in Ruhe konnten die Milizen nicht zum Einlenken bewegen. Mit Elektroschockern wurden die Burschen zum Schweigen gebracht.
Die meisten Todesopfer der vergangenen Wochen gingen auf das Konto dieser Basijis einer wild gewordenen Bande, die seit 20 Jahren auf den nächsten Krieg wartet, wie es die meisten hier empfinden. Als Scharfschützen stellen sie sich während der Demonstrationen auf die Dächer der Stadt. Auf Motorrädern sind sie oft mit gezogener Waffe unterwegs. Wer den Schritt von den überfüllten Gehsteigen des zivilen Ungehorsams auf die Straße wagt, weiß nie, wohin sie schießen. Nur Warnschüsse in die Luft oder direkt auf menschliche Zielscheiben?
Die kompletten 245 Zeilen iranischer Wahrheit finden Sie im NEWS 27/09
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