"Haben die Hölle gesehen": Lok-Führer überlebten Flammen-Inferno von Viareggio
- Sprangen nach Entgleisung aus umgestürztem Zug
- Behörden: Viele Todesopfer noch nicht identifiziert

Die Behörden stoßen bei der Identifizierung der Todesopfer beim Bahnunglück in Viareggio auf Schwierigkeiten. Sechs der 16 Todesopfer konnten nicht identifiziert werden. Ein DNA-Test wird notwendig sein, um die Identifizierung zu erleichtern. Die beiden Lok-Führer sprangen aus dem Zug und überlebten das Desaster."Es ist ein Wunder, wir können es nicht fassen, dass wir in diesem Flammeninferno noch am Leben sind": Roberto Fochesato, der mit seinem Kollegen Andrea D'Alessandro den mit Flüssiggas beladenen Güterzug in Viareggio steuerte, ist sichtbar geschockt.
"Wir haben die Sicherheitsbremse gezogen und sind aus dem Zug gesprungen und weggerannt. Wenige Sekunden später ist alles explodiert. Wir haben die Hölle gesehen", berichtete Fochesato.
Noch keine offizielle Liste der Toten
Bei den anderen Todesopfern gibt es zwar Vermutungen über die Identität, die jedoch nicht offiziell bestätigt werden konnte, weil es an Dokumenten fehlt und die Leichen von keinem Angehörigen erkannt wurden. "Bis jetzt gibt es keine offizielle Liste der Toten, weil viele Opfer noch nicht identifiziert wurden", berichtete der Bürgermeister von Viareggio, Luca Lunardini.
Die Behörden vermuten, dass sich rund um den Bahnhof einige Obdachlose aufhielten, die bei der Explosion ums Leben gekommen sein könnten. Gerätselt wird auch über die Identität eines dreijährigen Mädchens, das ohne Angehörige in ein römisches Kinderkrankenhaus eingeliefert wurde und in der Nacht auf Mittwoch ihren schweren Verletzungen erlegen ist.
Vermutlich Waggonachse gebrochen
Der Unfall hatte sich kurz vor Mitternacht ereignet. Experten vermuten, dass der Bruch einer Waggonachse die Katastrophe verursacht hat. Als Folge des Schadens sei der Waggon entgleist und Flüssiggas ausgetreten, das sich im Kontakt mit der Luft verflüchtigte. Ein Funke könnte daraufhin die Explosion verursacht haben. Die Detonation zerstörte mehrere Häuser in der Umgebung des Bahnhofs, der im Zentrum des Urlaubsortes liegt.
Der Tankwaggon im Besitz der in Österreich ansässigen Vermieterfirma Gatx ist im März gewartet worden. Die behördlich zugelassene Werkstatt wies jegliche Verantwortung für das Bahnunglück in Viareggio von sich. "Die Wartungsarbeiten sind im Auftrag unseres Kunden Gatx mit größter Sorgfalt nach den europäischen Vorschriften durchgeführt worden", sagte eine Firmensprecherin. (apa/red)
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