Brennende Reifen und fliegende Steine:
Wütende Proteste nach Putsch in Honduras
- Zwei Präsidenten: Politische Lage weiter unklar
- USA fordern rasche Rückkehr zur Demokratie

·Honduras: Staatschef Zelaya wird gestürzt
Parlament hat bereits neuen Präsident ernannt
·Wütende Proteste
nach Militärputsch
VIDEO: So kritisch ist die Lage derzeit in Honduras
·Eines der ärmsten Länder Südamerikas
Honduras: 80 Prozent leben in bitterer Armut
Die Welt richtet ihre Augen auf Honduras, denn dort brennen Autoreifen, denn dort fliegen Steine und dort fallen auch Schüsse. Nach dem Militärputsch errichteten Hunderte Anhänger des gestürzten Präsidenten Zelaya - einige von ihnen mit Schaufeln und Metallstangen bewaffnet - Straßensperren, blockierten die Zufahrt zum Präsidentenpalast und verwandeln so die Hauptstadt Tegucigalpa in einen Hexenkessel.
Zwei Präsidenten für ein Land: Einen Tag nach dem Putsch in Honduras war die Lage in dem mittelamerikanischen Land unklar. Während der vom Parlament eingesetzte Interims-Staatschef Roberto Micheletti am Montag eine neue Regierung einsetzte, nahm der am Vortag gestürzte Präsident Manuel Zelaya in Nicaragua als "legitimer" Staatschef an einer Krisensitzung des linken Staatenbündnisses Alba teil. In Tegucigalpa berichtete das Parlament, Zelaya habe vorgehabt, den Kongress aufzulösen, "um das Land in den Totalitarismus zu führen". Regierungen in aller Welt verurteilten den Staatsstreich. Die USA forderten eine rasche Rückkehr zur demokratischen Ordnung.
Micheletti ordnete unterdessen eine zweitägige Ausgangssperre in der Hauptstadt Tegucigalpa an, um eventuelle Unruhen zu verhindern. Dort hatten Tausende von Anhängern Zelayas protestiert und dessen Rückkehr an die Macht gefordert. Im Rahmen seiner Kabinettsbildung ernannte Micheletti den Juristen Enrique Ortiz Colindes zum neuen Außenminister. Er erteilte ihm den Auftrag, sofort international tätig zu werden und die Regierungen der Welt davon zu überzeugen, dass in Honduras kein Staatsstreich stattgefunden habe.
(apa/red)
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