Nie mehr Angst vorm Sitzenbleiben? Grüne wollen die Klassenwiederholung abschaffen
- Bildungssprecher Walser: Noten nicht aussagekräftig
- "Bringt weder dem Schüler noch dem System was"
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Sitzenbleiben ist pädagogisch sinnlos, für Schüler demotivierend, "immens teuer" und gehört deshalb abgeschafft. Das sagte der Grüne Bildungssprecher Harald Walser bei einer Aktion zum Schulschluss, bei der er gemeinsam mit seinem Wiener Pendant Susanne Jerusalem vor dem Unterrichtsministerium symbolisch einen Styropor-Fünfer zersägte. Ziffernnoten seien generell unzuverlässig und sollten daher durch alternative Beurteilungsformen ersetzt werden, so die Grünen-Politiker.
Die Klassenwiederholung von 40.000 Schülern koste jedes Jahr 300 Millionen Euro und "bringt weder dem Schüler noch dem System was", verurteilte Walser "diese Vernichtung von Ressourcen". Er tritt für ein Kurssystem ein, das Schüler mit "Nicht Genügend" im Zeugnis während der zwei Sommermonate "fit macht fürs Aufsteigen".
Notengebung teilweise "ungerecht"
Jerusalem verwies auf zahlreiche Untersuchungen, wonach Notengebung nicht objektiv sondern "ungerecht, falsch und unbegründet" sei. So hätten bei einer Studie der Uni Passau Schulexperten denselben Aufsatz mit Noten zwischen "Sehr Gut" und "Nicht Genügend" beurteilt, bei einer Mathematikschularbeit brachte eine Untersuchung der Uni Linz dasselbe Ergebnis. Nicht einmal die Bewertung durch denselben Lehrer sei konsistent: Bei einer Untersuchung habe keiner der Pädagogen dieselbe Arbeit im Abstand von elf Wochen gleich benotet. (apa/red)
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