Der ÖGB sagt "ja" zu Foglar: 88,9 Prozent der Stimmen machen ihn zum Präsidenten
- Schnedl und Oberhauser Stellvertreter an der Spitze
- Vorstand wurde diesmal durchgehend bestätigt

·Rechenmaschine treibt nun den ÖGB an
Erich Foglar: Porträt des Gewerkschafts-Chefs
·Wolfgang Katzian ist der neue FSG-Chef
Tadel für Faymann beim ÖGB-Bundeskongress
·GRAFIK: Die ÖGB-
Präsidenten seit 1945
PLUS: Die Entwicklung
der Mitgliederzahlen
Erich Foglar ist nun offiziell neuer ÖGB-Präsident. Beim Bundeskongress in Wien stimmten 88,9 Prozent der Delegierten für den ehemaligen Metaller-Chef. Zu seinen Stellvertretern wurden FCG-Chef Norbert Schnedl mit 90,88 Prozent und die SPÖ-Nationalratsabgeordnete Sabine Oberhauser mit 92,77 Prozent gewählt. Der Chef der Christgewerkschafter erreichte vor zweieinhalb Jahren 67,2 Prozent, Oberhauser kandidierte erstmals und ersetzt Roswitha Bachner.
Foglar überbot das Ergebnis seines Vorgängers Rudolf Hundstorfer, der 2007 mit 81,3 Prozent zum Präsidenten gewählt wurde. Die Berufung Hundstorfers in die Regierung machte den Wechsel an der ÖGB-Spitze notwendig.
Der Vorstand wurde 2009 im Gegensatz zum letzten Bundeskongress 2007, wo Renate Csörgits und Fritz Neugebauer gescheitert waren, durchgehend bestätigt. Sämtliche 21 Kandidaten übersprangen locker die 50-Prozent-Grenze. Vergleichsweise am Schwächsten schnitten die beiden sozialdemokratischen Vertreter der GPA ab. Deren Vorsitzender und FSG-Chef Wolfgang Katzian wurde mit 86 Prozent bedacht, GPA-Geschäftsführerin Dwora Stein mit 89 Prozent. Ansonsten blieb nur noch der neue Präsident Erich Foglar unter der 90 Prozent-Marke.
Das höchste Votum erzielte der neue Metaller-Vorsitzende Rainer Wimmer mit mehr als 98 Prozent. Neu ist, dass im Vorstand künftig auch die Leitenden Sekretäre stimmberechtigt sind. Sie werden erst vom Bundesvorstand gewählt. Änderungen sind nicht vorgesehen, Finanzchef Clemens Schneider, Monika Kemperle und Bernhard Achitz bleiben jeweils im Amt.
Foglar: "Wir sind stark"
Foglar hat in seiner Dankesrede zum Abschluss des Bundeskongresses die Bedeutung der Gewerkschaft betont: "Dass wir stark sind, haben wir in den vergangenen Monaten gezeigt." Foglar verwies auf die Lohnabschlüsse der letzten Wochen. Aus anderen Ländern gebe es solche Meldungen nicht. Nulllohnrunden werde es auch in Zukunft nicht geben, versicherte Foglar und erinnerte daran, dass der ÖGB eine Kampforganisation sei, die im Notfall den Konflikt nicht scheue.
Weiters plädierte der Gewerkschaftschef für ein Ende der Schieflage im Steuersystem, einen starken Staat, gleichen Lohn für gleiche Arbeit, die Einführung der Mindestsicherung und eine Verwaltungsreform, die nicht am Rücken der Beschäftigten ausgetragen werden dürfe.
Die interne Reform will der Präsident als "Weg der Erneuerung" fortsetzen, um den Gewerkschaftsbund für kommende Herausforderungen zu rüsten: "Wir sind auf einem guten Weg, aber noch lange nicht am Ende." Ausdrücklich begrüßt wurden von Foglar Zusammenschlüsse von Teilorganisationen, wie sie zuletzt von Gemeindebediensteten und Kunst, Medien, Sport, freie Berufe vollzogen wurden.
(apa/red)
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