Sonntag, 5. Juli 2009

Hochwasser fordert nächstes Todesopfer:
Pensionist stürzte bei Spitz offenbar in Bach

  • 81-jähriger Mann gilt seit dem Abend als vermisst
  • Neue Niederschläge über Nieder- und Oberösterreich

Die schweren Unwetter in Niederösterreich haben vermutlich ein weiteres Todesopfer gefordert. Ein 81-jähriger Pensionist aus Spitz a.d. Donau dürfte am Freitag Abend in den Spitzerbach gefallen und von den Wassermassen mitgerissen worden sein, als er eine Verklausung bei einer Brücke beseitigen wollte. Trotz des Einsatzes von zahlreichen Hilfskräften und zweier Hubschrauber konnte der Mann bisher nicht aufgefunden werden. Er gilt seither als vermisst. Schwere Unwetter hielten auch die Feuerwehren in Oberösterreich auf Trab. Dort war man nach heftigen Niederschlägen mit Aufräumarbeiten beschäftigt.

Die Suche nach dem Vermissten in Niederösterreich ging im Zuge der Aufräumarbeiten im Gebiet weiter. Laut Bezirksalarmzentrale Krems waren rund 150 Mann von der Feuerwehr und zwischen 100 und 150 Bundesheersoldaten im Einsatz. Das Gebiet um Spitz a.d. Donau, Trandorf und Mühldorf gleiche einem Katastrophengebiet, die Aufräumarbeiten würden vermutlich noch Wochen dauern, hieß es. In den Orten wurden sämtliche Brücken zerstört und Straßen ausgewaschen. Teilweise sind die Versorgung mit Trinkwasser und Strom sowie die Telefonleitungen unterbrochen.

Die B3 zwischen Krems und Melk wurde noch in der Nacht gereinigt und die Sperre aufgehoben. Im Laufe des Tages dürften noch weitere Straßen notdürftig gesäubert und wieder passierbar gemacht werden - "sofern sie noch vorhanden sind", so die Bezirksalarmzentrale. Einige Sperren im Gebiet würden vermutlich aber noch einige Wochen aufrecht bleiben. Bei dem schweren Unwetter am Freitagabend waren allein im Bezirk Krems 33 Feuerwehren mit 850 Mann im Einsatz. Der Pegel des Spitzerbachs war vorübergehend von etwa 25 Zentimeter auf vier Meter angestiegen.

Regenfälle auch in Oberösterreich
Starke Regenfälle in Oberösterreich haben erneut den Einsatz der heimischen Feuerwehrleute nötig gemacht. Im Bezirk Steyr-Land waren vor allem die Orte Schiedlberg und Sierning betroffen. Aber auch im Bezirk Linz-Land mussten die Einsatzkräfte zahlreiche überflutete Keller und Wohnräume auspumpen.

Über 60 Liter Wasser pro Quadratmeter gingen über Schiedlberg nieder und verursachten großflächige Überschwemmungen. Dies hatte nicht nur überflutete Häuser zur Folge, auch einige Straßen waren wegen der Schlammmassen nicht passierbar. Insgesamt standen 113 Feuerwehrleute im Einsatz. In Sierning löste das Wasser sogar einen Brandalarm im Krankenhaus aus. Auch in den Bezirken Linz-Land, Gmunden und Vöcklabruck hatten die Einsatzkräfte durch die starken Regenfälle alle Hände voll zu tun.
(apa/red)

5.7.2009 11:33