"Mir seh'n si dannn 2011 beim Wirten": Zweieinhalb Jahre Haft für Stein-Ausbrecher
- Soll Mann 2008 einen Bauchschuss zugefügt haben
- Schrieb 1971 Schlagzeilen. Urteil nicht rechtskräftig

Der legendäre Stein-Ausbrecher, der am 19. November 2008 in seinem Stammlokal in Wien-Donaustadt einem 31-jährigen Mann im Zuge einer Wirtshaus-Rauferei einen Bauchschuss verpasst hatte, ist im Wiener Straflandesgericht vom versuchten Mord freigesprochen worden. Die Geschworenen verwarfen die Anklage und erkannten auf schwere Körperverletzung.
Über den mittlerweile 61-Jährigen wurden bei einem Strafrahmen von bis zu drei Jahren zweieinhalb Jahre unbedingt verhängt. Der Mann reagierte naturgemäß hocherfreut, nahm das Urteil an und war zum Scherzen aufgelegt: "I sag eich, sauft's nix und trinkt's nur Kaffee! Bleibt's aufrecht! Seht's ja, was sonst rauskommt", rief er seinen Freunden und Bekannten zu, die als Zuhörer im Gerichtssaal herben Vorstadt-Flair verbreitet hatten.
"G'Sund bleiben! Und hau di auf Sonnberg", hatte ein Bekannter einen Tipp für eine passende Vollzugsanstalt parat. "Mir seh'n si dann 2011 beim Wirten", verabschiedete sich der Angeklagte feixend. Das Urteil ist nicht rechtskräftig. Die Staatsanwältin gab vorerst keine Erklärung ab.
Legendäre Flucht im Jahr 1971
1971 hatte der Mann erstmals österreichweit Schlagzeilen geschrieben, als ihm mit zwei Komplizen die Flucht aus der Justizanstalt Stein gelang. Mit einem Messer überwältigten die Männer mehrere Justizwachebeamte, auf der folgenden, drei Tage währenden Flucht nahm das Trio 14 Geiseln, ehe sich die Täter einem Großaufgebot der Polizei ergaben.
Bereits 14 Vorstrafen
14 Vorstrafen weist der 61-Jährige auf, 25 Jahre seines Lebens hat er im Gefängnis verbracht. Als er mit Ende 50 entlassen wurde, habe er "die Nas'n voll g'habt" und versucht, als Schuhmacher und Auto-Reparierer Fuß zu fassen. Zu dem Zwischenfall mit der Pistole sei es nur gekommen, "weil i b'soff'n wie a Radierer war", wie der Angeklagte zu Protokoll gab. (apa/red)
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