Montag, 29. Juni 2009

Kindergeldreform steht vor dem Vollzug:
Vierte Variante ist einkommensabhängig

  • 80 Prozent des letzten Netto-Einkommens als Betrag
  • Jüngste Daten: 36 Monate-Variante am beliebtesten

Nach langen Verhandlungen scheinen sich die Regierungsparteien SPÖ & ÖVP auf eine Kindergeldreform geeinigt zu haben. Eine einkommensabhängige Variante wird dabei als vierte Option eingeführt, demnach Eltern 80 Prozent des letzten Netto-Einkommens erhalten sollen. Im Laufe dieser Woche sollen die letzten offenen Details geklärt werden, in Kraft treten soll die Reform im Jänner 2010.

Dass das einkommensabhängige Kindergeld mit 80 Prozent des Netto-Letztbezugs für 14 Monate - mindestens 1.000 und höchstens 2.000 Euro - kommt, stand koalitionsintern außer Streit. Offen war zu Beginn der Verhandlungen im Mai lediglich, ob es als vierte Bezugsvariante eingeführt oder das bisherige Kurzmodell - 800 Euro bei 18 Monaten Bezug (drei davon vom zweiten Elternteil) dazu ausgebaut werden soll. Nun scheint fix, dass eine vierte Variante kommt.

Damit würde sich die Bandbreite des Kindergeldbezugs von 36 Monaten (lange Variante, 436 Euro monatlich) über 24 Monate (624 Euro pro Monat), 18 Monate (800 Euro) und eben 14 Monate.

Anreiz für Väter
Die vierte Variante soll vor allem ein Anreiz für Väter sein, in Karenz zu gehen, machen sie derzeit doch nur etwa vier Prozent der Bezieher aus. Da sie oft mehr verdienen als die Mütter, könnte die einkommensabhängige Variante den Anteil erhöhen.

Ob Eltern, die zuvor ohne Beruf waren, auch von dieser Variante profitieren und 1.000 Euro Kindergeld für 14 Monate erhalten, ist noch nicht geklärt.

Längste Variante am beliebtesten
Unterdessen hat das Familienstaatssekretariat die neuesten Kindergelddaten veröffentlicht. So haben im Mai 2009 insgesamt 164.445 Personen Kinderbetreuungsgeld bezogen. Nur 4,5 Prozent davon - 7.442 Personen - waren Männer.

Am beliebtesten ist weiterhin die längste Variante von 36 Monaten, die insgesamt 129.902 Personen (79 Prozent) bezogen. Das Modell 24 Monate nahmen im Mai 26.386 Personen (16 Prozent) in Anspruch. Am wenigsten Anklang findet nach wie vor die kürzeste Variante mit 18 Monaten, im Mai erhielten 8.157 Personen (5 Prozent) nach diesem Modell Kinderbetreuungsgeld. Dafür ist diese Kurz-Variante - prozentuell gesehen - bei den Vätern am beliebtesten: Mit 781 männlichen Beziehern waren hier rund zehn Prozent Männer. In der Lang-Variante fanden sich nur vier Prozent Männer, in der Variante "20 plus 4" lediglich drei Prozent.

(apa/red)

29.6.2009 12:31