Preisschlacht um den Paradiesurlaub:
Dumpingpreise sollen die Krise abwenden
- NEWS über die irren Angebote der Reisebranche
- Ab 99 Euro ins 5*-Hotel in die türkische Riviera

·Fällt Ihr Urlaub heuer
bescheidener aus?
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Geld-Umfrage der Woche
·"Urlaubs-Euro" in Osteuropa mehr wert
Übersee-Reisen hingegen teurer als im Vorjahr
Eine Woche im 5*-Hotel an der türkischen Riviera für 99 Euro. Und die Sonne gibts gratis obendrauf. Mit solchen völlig irren Preisflieger-Specials mischt die österreichische Post mit ihren Partnern TUI und Falk Travel den heimischen Reisemarkt gehörig auf. Erst seit knapp zwei Monaten am Markt, verzeichnet Post-Vorstand Herbert Götz bereits 4.000 Buchungen über das Webportal Post-Reisen.at: Mit der Erweiterung der Post-Filialen zu Reisebüros wollen wir zur Nummer drei auf dem heimischen Tourismusmarkt werden.
So billig wird der Urlaub nie wieder. Auf einem Markt, der derzeit heiß umkämpft wird. Krisenstimmung, Schweinegrippe weil sich die Urlauber immer später für eine Reise entscheiden oder gar nicht mehr weg wollen, locken Hoteliers, Fluggesellschaften und Reiseveranstalter derzeit mit unglaublich günstigen Angeboten. Eine Woche all-inclusive im 4*-Tempel auf der griechischen Insel Korfu gibts bei Gulet derzeit schon um 619 Euro. Vier Nächte mit Halbpension im 4*-Hotel im kroatischen Porec werden von der TUI um unglaubliche 81 Euro pro Person angeboten. Plus: Kinder bis 14 Jahre urlauben hier sogar gratis.
Mit dem Preisdumping will die Reisebranche die Krise umfliegen. Trotzdem machen sich Sorgenfalten breit: Die Welttourismusorganisation rechnet für 2009 mit einem weltweiten Minus von zwei Prozent. Doch schon jetzt liegt der Gesamtmarkt nach Aussagen der Reservierungssysteme um acht Prozent zurück mit harten Folgen für die Touristiker.
Erste Anzeichen: Der renommierte African Safari Club meldete ebenso wie der heimische Anbieter Pineapple Tours kürzlich Konkurs an. Harald Nograsek, Chef des Verkehrsbüros (machte im Vorjahr 30 Millionen Euro Gewinn): Es wird heuer zu einer Marktbereinigung kommen. Ich rechne damit, dass wir mit Jahresende noch einige Mitstreiter weniger am Markt sehen werden.
Griechenland im Minus
Besonders betroffen vom Ausbleiben der Urlauber sind klassische, aber im Vergleich hoch- preisige Reiseziele wie Griechenland (verzeichnet einen Buchungseinbruch von satten 17 Prozent) und Tunesien (sogar minus 20 Prozent). Peter Zellmann vom Institut für Freizeit- und Tourismusforschung: Die Preise werden jetzt einfach stärker verglichen. Der absolute Trend lautet: näher, kürzer, billiger.
Als Krisengewinner gilt deshalb der Österreich-Tourismus. Bei Ruefa Reisen rechnet man mit einem Anstieg der Inlandsbuchungen von fünf Prozent. So konnte das Minus von 1,5 Prozent bei Ausländernächtigungen im Winter durch eine Steigerung der Inländernächtigungen von 1,9 Prozent zu einem großen Teil kompensiert werden.
Goodies gibts obendrauf. Petra Stolba von der Österreich Werbung: Dazu haben wir heuer ein Sonderbudget von vier Millionen Euro erhalten, um den Urlaub vor der Haustür verstärkt zu bewerben.
Dazu kommen besondere Specials, die die Ferien daheim noch attraktiver machen sollen. Zu zwei Nächten im Salzburger 4*-Hotel erhält man jetzt auch noch Tickets für den meist restlos ausverkauften Festspiel-Hit Jedermann obendrauf. Preis für das einmalige Kulturpackage: 350 Euro. Und auch bei den heimischen Luxushotels ist jetzt Preispokern angesagt: Edel-Häuser wie das Wiener The Ring oder das Triest buhlen mit Rabatten bis zu 50 Prozent um jeden Gast.
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