In bester Gesellschaft
- Isabella Großschopf über Langzeit-Ehen
- PLUS: Wie ist IHRE MEINUNG zu diesem Thema?

Ehrlich, ich erstarre jedes Mal vor Ehrfurcht, wenn ich diesen seltenen Paaren begegne, die seit 40 (in Worten: v-i-e-r-z-i-g!!!) Jahren verheiratet sind und nach wie vor einen ziemlich zufriedenen Eindruck machen. Niederknien möcht ich. Vor Inge und Purzl Klingohr. Oder den Prölls dem Erwin und seiner Sissi. Niederknien weil mir das nicht und nicht eingeht, wie man das so lange schafft. Wie man den anderen so lange erträgt. Selbst die hartnäckigsten Schmetterlinge verziehen sich bekanntlich spätestens nach ein paar Jahren aus dem Bauch. Bleiben immer noch minimum 35 Jahre übrig. Fünfunddreißig Jahre! Bitte, wie geht das? Indem man sich gegenseitig genug Platz einräumt, um sich zu entwickeln, sagt Sissi Pröll für meine Begriffe ziemlich unromantisch. Aber sie hat wohl Recht. Ich glaube, die Jungen geben heute viel zu früh auf, meint Inge Klingohr. Und: Die kämpfen viel zu wenig umeinander. Nicht, dass die Klingohrs einander nicht auch öfter, äh, faschieren könnten, aber sie halten trotzdem, wenns drauf ankommt, zusammen. Das Wort Liebe nahmen im Gespräch interessanterweise weder Frau Klingohr noch Frau Pröll in den Mund. Aber: Sind vierzig Jahre nicht eh schon der größte Liebesbeweis, den es gibt?
