Liebe Leserin, Lieber Leser! Von kleinen
Kindern, Präsidenten & Zeitungszaren
- Kommentar von Chefredakteur Atha Athanasiadis
- PLUS: Wie ist IHRE MEINUNG zu diesem Thema?

Die Hofburg. Wer kleine Kinder versteht kann auch die großen politischen Befindlichkeiten besser zuordnen
Es ist wie bei kleinen Kindern: Wünschen dürfen sie sich alles. Es ist aber pädagogisch fatal, wenn sie alles auch immer erfüllt kriegen. Wenn man nämlich ein einziges Mal nachgibt. Nur ein einziges Mal dann hat man für immer verloren, und die lieben kleinen Quälgeister werden nie genug bekommen. Keine Ahnung, warum mir bei diesem Bild Hans Dichand einfällt. Ehrlich. Aber es ist schon extrem lieb, wie sich der verdiente und erfolgreiche Chef der Kronen Zeitung in der Gratisbeilage derselbigen das Duo Pröll/Pröll an die Staatsspitze wünschte. Dichand darf sich alles wünschen und ich mir somit auch, dass nicht die halbe Republik darauf reagiert.
Bei überzogenen Kinderbefindlichkeiten übrigens hilft das simple Ignorieren, und Ruhe ist. Aber in diesem Fall
Ich meine: Wovon reden wir? Von einer Wahl, die erst im nächsten Jahr stattfinden soll. Einer Wahl, die derzeit kein/e Österreicher/in will. Stimmt: Erwin Pröll wäre ein spannender Kandidat. Er würde das Amt mit Sicherheit neuer und lauter definieren. Stimmt (auch): Heinz Fischer ist nicht besonders farbenfroh und mehr Hofburg-Schnurrdiburr als Machatschek, aber offenbar ist es genau das, was die Österreicher in der Tradition der Habsburger wollen. Aber egal, wer. Warum muss man gerade jetzt darüber nachdenken?
Es gibt wahrlich Wichtigeres: Es wäre zum Beispiel fein, wenn dieselbe Energie, die gerade für diesen Vorvorvorvorwahlkampf aufgewendet wird für die Bekämpfung der Krise und die Erhaltung der Arbeitsplätze aufgewendet würde. Mir ist vollkommen wurscht (und dem Land übrigens auch), warum Hans Dichand diese Diskussion losgetreten hat oder wen er mag und wen nicht. Es ist auch für jeden neuen Arbeitslosen irrelevant, wie Dichand warum tickt. Von ihm kriegt er sicher keinen Job.
Die Einzigen, die übrigens auf die Befindlichkeiten Dichands derzeit richtig reagieren, sind Fischer und Pröll: Sie sagen gar nichts. Damit geben sie der Diskussion die Relevanz, die sie verdient. Keine. Also: Bitte, pscht!
