Opels Maschinen geht langsam der Saft aus:
Bieterrennen um den Zuschlag wieder offen
- GM-Mutter fährt tägliche Verluste von 6 Mio. Euro ein
- Chinesischer Autobauer BAIC bringt sich in Stellung

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Übernahme würde für Magna dann unattraktiv
·Russisches Roulette
für Autobauer Opel?
Allianz mit marodem
Lada-Hersteller möglich
·GM erhöht neuerlich Druck auf Magna
Bei Opel-Übernahme gibt es keine Vereinbarung
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Russland & Kanada sagen
ihre Unterstützung zu
·Zuschlag für Magna
noch nicht gegessen?
Stronach-Konzern will
11.600 Opel-Jobs kürzen
·Ein Autoriese unter
italienischer Flagge
Chryslers Übernahme
durch Fiat ist beschlossen
·Weniger Eigenkapital für Opel-Übernahme
Magna und Sberbank bringen 100 Mio Euro auf
Opel läuft die Zeit davon. Mit jedem Tag, der ohne eine Einigung über die Zukunft des Autobauers verstreicht, verliert das GM-Tochterunternehmen weitere fünf bis sechs Millionen Euro. Trotzdem lässt man sich beim Bieterrennen um Opel Zeit: Nun bekam auch eine Delegation des chinesischen Autobauers BAIC in Rüsselsheim einen Einblick in die Situation beim deutschen Autobauer. Und das, obwohl mit dem austro-kanadischen Autozulieferer Magna längst eine Absichtserklärung über den Verkauf besteht.
Diese zwischen dem Opel-Mutterkonzern General Motors (GM) und Magna getroffene Absichtserklärung über eine Übernahme "besitzt keine rechtliche Bindung", sagte der Vorsitzende des Opel-Treuhänderbeirats, Fred Irwin, dem "Handelsblatt". "Allen Interessenten stehen die gleichen Informationsrechte zu", sagte er. Weitere Bieter seien willkommen, bekräftigte Irwin.
Denn nicht nur BAIC, sondern auch dem Finanzinvestor Ripplewood wird weiterhin Interesse an Opel nachgesagt. Möglicherweise liefen sich noch andere Bieter warm, berichtete das "Handelsblatt" unter Berufung auf Verhandlungskreise. Es gebe Signale, dass es im arabischen Raum doch Interesse an Opel gebe. Ein Opel-Sprecher wollte den Bericht nicht kommentieren.
Galgenfrist bis September
Angesichts der täglichen Verluste müsse bis spätestens Mitte September vertragliche Klarheit über die Zukunft des Autobauers geschaffen sein. Bis dahin reicht die Brückenfinanzierung in Höhe von 1,5 Mrd. Euro aus, die die Bundesregierung und die Länder mit Opel-Standorten gewährt hatten. Eine Nachforderung werde es nicht geben. Das wurde gestern am Rande einer zweitägigen Klausur von europäischen Opel-Betriebsräten in Rüsselsheim betont, wie es weiter hieß. Eine Forderung nach weiteren Hilfen habe weder in NRW noch im Bund eine Chance.
Opel ist derzeit zu 65 Prozent im Besitz der Treuhand-Gesellschaft, um das Unternehmen aus der Insolvenzmasse des GM-Konzerns in den USA herauszuhalten. GM bleibt nach den bisherigen Plänen mit 35 Prozent an Opel beteiligt. Magna möchte mit der russischen Sberbank 55 Prozent von der Treuhand übernehmen, zehn Prozent sollen an Händler und Mitarbeiter gehen.
(apa/red)

