Mittwoch, 24. Juni 2009

So günstig war der Führerschein noch nie:
Zwischen Fahrschulen tobt Preisschlacht

  • Billiganbieter setzen den Markt massiv unter Druck
  • Schüler sind oft Leidtragender bei Dumpingpreisen

Willi Koblizek ist ein gemachter Mann. Der Besitzer der „Drive Company – Fahrschule Schwedenplatz“ in Wien führt den Betrieb in dritter Generation und hält sich mit 2.000 Schülern pro Jahr und 35 Angestellten an der Spitze der heimischen Unternehmen in dieser Branche. Dennoch hat sich der 38-Jährige nun daran gemacht, mehr „Kostenwahrheit“ bei den österreichischen Fahrschulen einzufordern. Denn: „Viel zu viele Konkurrenten gehen mit Dumpingpreisen auf Kundenfang. Die Preisschlacht ist gewaltig.“

Einige „schwarze Schafe“ wollen allerdings fragwürdig auf ihre Kosten kommen. ­Koblizek: „Viele Schulen locken mit billigen Packages für Theorie und Praxis und holen sich ihr Geld dann über diverse Extrazahlungen und Taxen.“ So etwa würden Fahrschüler oft mit Absicht zu früh zur Prüfung geschickt, um – im Falle eines Scheiterns – weitere Fahrstunden verrechnen zu können.

Preise wie vor zehn Jahren
Aber selbst seriöse Betreiber wie Koblicek müssen mit ih- ren Preisen derzeit an die unterste Schmerzgrenze gehen. So etwa kostet am „Schwedenplatz“ eine Fahrstunde derzeit 49 Euro, vor zehn Jahren verrechnete man dafür 500 Schilling, inflationsbereinigt also nicht weniger.

„Meine Fahrstunden sind ein Nullsummen-Spiel“, sagt der Company-Chef, „da bleibt mir kaum ein Cent übrig.“ Gemeinsam mit Manfred Kuhn, Besitzer der Fahrschule Ottakring und Innungschef der Wiener Fahrschulen, wollen die seriösen Betreiber nun eine Art „Gütesiegel“ für heimische Betriebe anstreben.

Kuhn: „Es gibt viel zu viele schwarze Schafe in unserer Branche. Wir wollen Kostenwahrheit für den Kunden und eine transparente Leistungsaufstellung bei den einzelnen Angeboten.“
Das Problem: Dumping-Fahrschulen setzen mit ihren Billigangeboten in weiterer Folge darauf, dass die Kunden – erst einmal eingeschrieben – aufgrund der hohen Folge­kosten trotzdem nicht abspringen. Koblizek: „Wer steigt denn schon aus, wenn er bereits 15 Fahrstunden hinter sich hat und draufkommt, dass der Schein doch nicht ganz so billig kommt?“

Schüler sind Leidtragende
Erst unlängst haben mehrere Fahrschulen in Graz Konkurs angemeldet, um ein paar Wochen später unter anderem Namen wieder aufzusperren. Manfred Kuhn: „Die Leidtragenden sind die Schüler, oft selbst noch Jugendliche, die dann um ihren Kursbeitrag umfallen, den sie sich mühsam erspart oder von ihren Eltern geschenkt bekommen haben.“
Kritisiert wird aber auch die seinerzeit von Minister Gorbach erlassene Gesetzesverordnung, wonach lediglich zwölf Fahrstunden verpflichtend sind und dann die „freie Wahl“ weiterer notwendiger Praxis-Einheiten besteht.

Koblizek: „Das öffnet der Manipulation durch die Fahrschulen alle Möglichkeiten. Und die wiederum geht auf Kosten der Schüler.“

Walter Pohl

Lesen Sie im aktuellen NEWS 26/09 über die Gespräche mit Infrastrukturministerium.

24.6.2009 17:43
-flixi-, 26. 06. '09 10:32
Führerschein Preisvergleich
Solange die Fahrschulen Ihre Steuern brav bezahlen, dürfen so einiges tun und lassen was sie für richtig halten. Das ist ein generelles Problem, des wegen habe ich www.fahrschule-wien.at ins Leben gerufen eine Führerschein Presvergleichs Seite da erfährt jeder die Aktuellen Führerschein Preise von Wien.
sidestep, 25. 06. '09 08:51
Arme Fahrschulen!
Ich heul mir schon die Augen aus, weil es euch so schlecht geht. Ein Beispiel: Meine Tochter macht derzeit mit mir den L-17-Führerschein. Kosten rund 1500.-Euro mit allen Nebenkosten (Arzt, Erste Hilfe Kurs, Behördengeb.) sind in Schillingen 20.640,45 Schilling. Die Fahrschule fährt zuerst 12 Stunden. Dann fahre ich mit Tochter dreimal 1000 Kilometer wo es nach je 1000 Kilometer eine Überprüfungsfahrt mit dem Fahrlehrer und mir von rund 2 Stunden gibt. Ergibt nach 3000 Kilometer weitere 6 Std. zusammen 18 Std. Jetzt kommen noch 28 Std. Theorieunterricht dazu, wobei da alle Schüler (24) anwesend sind, sich die Kosten also teilen. Resummee: Ich habe den größten Teil der Arbeit (3000 KM- Fahrt) kassieren tun aber die Fahrschulen. Mein Mitlied mit den Fahrschulen hält sich daher in Grenzen!