'Es gibt Gewinner, aber viel mehr Verlierer':
ÖGB-Boss Foglar geißelt den Kapitalismus
- Gewerkschafter im Interview mit NEWS angriffig
- Foglar: 'Kasinokapitalismus gehört auf Schrotthaufen'

·Wie packt man die
Arbeitslosigkeit an?
Appell an die Jungen und
Kritik an Unternehmen
·Krise kostet Europa
zwei Billionen Euro
Steuerzahler werden laut
Studie massiv belastet
ÖGB-Präsident Erich Foglar, der sich beim Bundeskongress nächste Woche der Wahl stellt, macht im NEWS-Interview klar, dass nicht die ArbeitnehmerInnen die Zeche für die Wirtschaftskrise zahlen dürften: "Die bezahlen ohnehin schon mit Arbeitslosigkeit und Einkommenseinbußen. Da werden wir uns vehement dagegen stemmen." Für Foglar ist ein Systemwechsel notwendig: "Wenn das Einkommen der Manager auf kurzfristigen Börsenerfolgen aufbaut, auf Kündigungen und Produktionsverlagerungen, egal, was das langfristig für das Unternehmen heißt, dann ist das ein abartiges System. Das ist Kasinokapitalismus, der auf den Schrotthaufen der Geschichte gehört."
Dass die jüngste Wertestudie eine Entsolidarisierung nachweise, sei nicht verwunderlich: "Liberalisierung, Privatisierung, Deregulierung, Globalisierung und das Zurückdrängen des Sozialstaates - also die Politik der letzten 25 Jahre, ging zu Lasten der Solidarität. Wenn wir hören, wie gut die EU für uns ist, so stimmt das. Aber die Verteilungsgerechtigkeit hat damit nicht Schritt gehalten. Es gibt Gewinner, aber viel mehr Verlierer. Daher darf man sich nicht wundern."
Trotz Krise und sinkender Mitgliederzahlen bleibe der ÖGB schlagkräftig und erfolgreich, meint Foglar und verweist auf die jüngsten Lohnabschlüsse.
Die ganze Geschichte lesen Sie im aktuellen NEWS 26/09!

