Mittwoch, 24. Juni 2009

EU-Defizitverfahren gegen Österreich: Auch
Belgien, Slowakei und Slowenien betroffen

  • Defizit von bis zu 5,3 Prozent für 2010 prognostiziert
  • Für Minister Pröll war Verfahren "durchaus erwartbar"

Die EU-Kommission hat gegen Österreich und drei weitere EU-Staaten Defizitverfahren für den Herbst angekündigt. Es handelt sich neben Österreich um Belgien, die Slowakei und Slowenien. Laut Wirtschafts- und Währungskommissar Almunia geht die Kommission von ihrer Frühjahrsprognose aus, wonach Österreich für dieses Jahr ein Defizit von 4,2 Prozent und 2010 sogar von 5,3 Prozent erwarte.

Almunia forderte die betroffenen Länder auf, bis 2012 wieder unter die Maastricht-Grenze von maximal drei Prozent des Budgetdefizits zu kommen. Gemäß dem derzeitigen Budgetplan der Regierung bleibt das österreichische Defizit allerdings bis 2013 über vier Prozent der Wirtschaftsleistung und soll auch 2013 mit 3,9 Prozent deutlich über der Maastricht-Grenze liegen.

Almunia erklärte, die Budgetzahlen von Ländern nicht nur in der EU hätten sich im vergangenen Jahr "beträchtlich verschlechtert und werden sich wegen der Rezession und den Konjunkturpaketen noch mehr in diesem Jahr verschlechtern". Sollten Spielräume vorhanden sein, müssten die negativen Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt begrenzt werden.

Um die Schulden auch für kommende Generationen in Grenzen zu halten, sei es wesentlich, dass die Regierungen einen Plan ausarbeiten, um die öffentlichen Defizite zu korrigieren, wenn sich die Wirtschaft wieder erholt. Dies sollte 2010 der Fall sein. Neuerlich verteidigte Almunia den Wachstums- und Stabilitätspaket der EU.

"Durchaus erwartbar"
Für Finanzminister Josef Pröll war das Defizitverfahren gegen Österreich "durchaus erwartbar". Er rechne mit voraussichtlich rund 20 Ländern, gegen die im Laufe des heurigen Jahres ein Defizitverfahren eröffnet werden könnte, so der Minister in einer Aussendung. Derzeit laufen Verfahren gegen Großbritannien, Frankreich, Ungarn, Griechenland, Spanien und Irland.

"Die österreichische Finanz- und Budgetpolitik bleibt dem Ziel eines ausgeglichenen Haushalts verpflichtet", so der Finanzminister. Allerdings zeige die Bewertung der Kommission auch, dass Österreich die gegenwärtige Rezession mit entsprechendem Nachdruck bekämpfe und damit die Grundlagen für einen Aufschwung mit den Konjunkturimpulsen lege. Entsprechend erfreut sei er über das Lob der EU-Kommission für die österreichischen Konjunkturpakete. Sie seien sowohl rechtzeitig als auch im Umfang groß genug, um effektiv die Rezession zu bekämpfen, so Pröll.

"Das ist keine ganz überraschende Entscheidung. Für uns in der aktuellen Situation wichtiger, die richtigen Maßnahmen im Kampf gegen die Krise zu setzen und alles zu tun, damit aus der Finanzkrise, die eine Wirtschaftskrise wurde, nicht eine soziale Krise wird", meinte auch Finanzstaatssekretär Andreas Schieder.

(apa/red)

24.6.2009 14:33
Dantine, 24. 06. '09 20:18
Mann oh Mann!
Fällt der EU nichts anderes mehr ein?
Mittlerweile sollte es sich auch schon in der EU Führung rumgesprochen haben, daß die Welt derzeit eine Weltwirtschafts-Finanzkrise hat!
Was soll dann ein Defizitverfahren?
Und das gegen alle EU-Länder?
Da könnte man das grosse Grausen kriegen!
Vasant, 24. 06. '09 15:32
DANKE SPÖVP
für die EU Falle! Da hat man uns schön über den Tisch
gezogen und nun ist unsere Wirtschaft am Boden und
die Leute müßen um deren Existenz fürchten!

Ich kenn keinen der damals für die EU gestimmt hat,
vielleicht war das ja so eine Wahl wie im Iran;) Aber
was weiß man schon!


Meine Meinung!
Michl1200, 24. 06. '09 15:03
Defizitverfahren gegen Österreich
Das Verstehe wer will,aber gut,die Eu soll das Verfahren einleiten.Meiner Meinung nach zahlen wir nur die Hälfte,oder garnichts an die EU und das Defizit ist weg.Mal sehen was die dann sagen.Also von uns höhere Beiträge verlangen und dann Anklagen,das ist das letzte.
Vasant, 24. 06. '09 15:30
Re: Defizitverfahren gegen Österreich
Besser kann man es nicht formulieren! Wir brennen uns
zum Affen in Zeiten einer Krise und kein Politiker traut
sich dagegen etwas sagen und als Dank dafür droht man
uns mit einem Verfahren;)

Wenn wir jährlich die 380 Millionen in unsere Wirtschaft
stecken würden, anstatt den Bonzen in Brüssel zu
schenken, dann wäre die Frage mit den 2000 Polizisten
vom Tisch und man könnte weitere sinnvolle Sachen in
unserem Land umsetzen, aber nein ... schaufeln wir die
Steuergelder nach Brüssel zu den ganz Armen!

Also da soll mir einer unserer Politiker ins Gesicht sagen,
dass dies im Sinne unseres Landes ist! Sauerei!

Meine Meinung!
sidestep, 25. 06. '09 07:57
Re: Defizitverfahren gegen Österreich
Ich sage ja gar nicht, dass man nichts nach Brüssel zahlen soll. Was ich nicht verstehe ist, dass man weiter als Nettozahler während der Krise ungerecht hohe Beträge nach Brüssel schickt anstatt zu sagen, Freunde wir schicken euch nur mehr soviel, dass unser Staatshaushalt nicht die Maastrichtkriterien überschreitet. Dann können die sich ihr großartiges Verfahren an den Hut stecken, wir hätten kein Überschreiten der Grenze der Maastricht Kritiereien und andere Länder wie Spanien, die noch immer als Empfänger gelten und unsere Gelder abkassieren müssten wie die EU selbst auch ein bisschen mehr sparen. So einfach ist Finanzpolitk. In schlechten Zeiten weniger und in besseren Zeiten mehr zahlen. Aus und Ende!!!!!