Medizin für unsere "kranken Kassen":
Ärzte & Versicherung segneten Paket ab
- Differenzierte Rezeptgebühr, kleinere Packungsgröße
- Änderungen auch im Bereich der Ärzte vorgesehen

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Das von Sozialversicherung und Ärztekammer ausverhandelte Paket zur Sanierung der Krankenkassen steht. Der Hauptverband der Sozialversicherungsträger hat den mit den Medizinern vereinbaren Katalog abgesegnet. Die Ärzte sollen den Maßnahmen am kommenden Donnerstag ihren Segen geben. Im Anschluss wird das Paket bis spätestens Montag der Regierung überreicht.
Hauptverbandschef Hans-Jörg Schelling geht davon aus, dass mit dem Paket die Kassen im Jahr 2013 ausgeglichen bilanzieren können, das Kostendämpfungspotenzial für die Jahre 2010 bis 2013 bezifferte er mit 2,5 Mrd. Euro. Die Vorschläge, auf die sich Sozialversicherung und Mediziner verständigt haben, sind teils noch recht vage. Angesetzt werden soll unter anderem bei den Medikamentenkosten.
Differenzierte Rezeptgebühr
Angedacht ist eine differenzierte Rezeptgebühr mit niedrigeren Ausgaben für den Patienten, wenn er sich für ein kostengünstigeres aber wirkungsgleiches Präparat entscheidet. Ebenfalls angepeilt werden kleiner Packungsgrößen.
Änderungen sind auch im Bereich der Ärzte vorgesehen. Die Kassen wollen mehr mitreden was die Qualitätssicherung angeht. Die Kontrolltätigkeit selbst bleibt aber unverändert den Medizinern überlassen. Festgelegt werden sollen flexiblere Öffnungszeiten die möglichst auch am Wochenende ein Angebot im niedergelassenen Bereich für Patienten bringen soll.
Erleichtert werden soll auch die Bildung von Gruppenpraxen. Dazu dienen soll die Einrichtung von Ärzte GmbHs. Erstmals eingezogen wird ein echtes Alterslimit für einen Kassenvertrag. Neueintretende Ärzte dürfen demnach nur noch ordinieren bis zum fünften Jahr nach dem regulären Pensionsalter. Konkret hieße das heutzutage: ein Arzt müsste mit 70 seinen Kassenvertrag aufgeben.
(apa/red)

