Pleitewelle in Österreich im Anrollen:
Heuer um 15 Prozent mehr Insolvenzen
- Maschinen, Glas, Papier, Textil & Holz stark betroffen
- Auch 10.000 Privatpleiten werden für 2009 erwartet

Das erste Halbjahr 2009 brachte in Österreich einen relativ moderaten Anstieg bei Firmenpleiten. 9 Prozent mehr Insolvenzen gab es bisher, das sind 3.448 Fälle. Für das Gesamtjahr sieht die Prognose allerdings weniger gut aus: Der Kreditschutzverband rechnet mit einem wahren Schub an Pleiten um bis zu 15 Prozent. "Die Wirtschaftskrise ist noch nicht zur Gänze angekommen," so Insolvenz-Spezialist Hans-Georg Kantner.
Die Privatkonkurse sind im Halbjahr um fast 8 Prozent auf 4.610 Fälle geklettert. Für das Gesamtjahr erwartet der KSV rund 10.000 Privatpleiten.
Nach Branchen sind am stärksten die Bereiche Maschinen/Metall, Glas/Keramik, Papier/Druck, Textil und Holz/Möbel betroffen. Die stark konjunkturabhängige Bauwirtschaft hingegen weist noch einen stark unterdurchschnittlichen Zuwachs auf. Die Probleme dürften dort voraussichtlich verspätet auftreten, so der KSV. Derzeit wirken die Konjunkturpakete, außerdem werde im privaten Bereich häufig lieber investiert als gespart.
Nach Bundesländern nahmen die Firmenpleiten vor allem in Westösterreich stark zu. Spitzenreiter war Salzburg mit plus 33 Prozent bei den Fällen (220) und über 100 Prozent bei den Verbindlichkeiten (76 Mio. Euro). Dies habe mit der "Brückenstellung mit Deutschland" und den vielen dort ansässigen auf Import spezialisierten Unternehmen zu tun, so Kantner. Auf Rang zwei und drei sind Tirol und Oberösterreich. Beides stark exportorientierte Industriestandorte. Etwas besser geht es der Steiermark (4. Platz). Hier haben die Probleme früher begonnen.
(apa/red)

