Brasilien rettet sich ins CONFED-Cup-Finale:
Schmeichelhaftes 1:0 gegen den Gastgeber
- Südafrika nach Ausscheiden mit erhobenem Kopf
- Daniel Alves beglückt Brasilien durch ein Freistoßtor
·Spanien ist seine stolze Siegesserie los
Confed-Cup: US-Boys nach Sensation im Finale
·Der Turnierplan des Confederations Cups
Die Ergebnisse und die Spieltermine des Turniers

Europameister Spanien hat im ersten Semifinale (0:2) seinen Meister in den USA gefunden, Brasilien ist im zweiten Halbfinale des achten Fußball-Turniers um den "FIFA Konföderationen Cup" hingegen gerade noch mit einem blauen Auge davon gekommen. Durch das schmeichelhafte 1:0 am Donnerstag im Ellis Park gegen Gastgeber Südafrika steht der Rekordweltmeister zum vierten Mal nach 1997, 1999 und 2005 im Finale, das ebenfalls in Johannesburg ausgetragen wird.
In den drei Gruppen-Spielen souverän und dabei auch Weltmeister Italien (0:3) zum Statisten degradierend, ließ die "Selecao" gegen die Südafrikaner jeglichen Zauber vermissen, enttäuschte und vermochte aus dem Spiel heraus den gut stehenden, diszipliniert agierenden und hingabevoll kämpfenden WM-Gastgeber nicht zu bezwingen. Und so mussten eine Standardsituation, ein Ersatzspieler und auch das nötige Glück herhalten, um die nächste Überraschung der WM-Generalprobe für 2010 zu verhindern.
Erlöst hatte den Favoriten vor bis dahin begeisterten rund 50.000 Zuschauern zwei Minuten vor Ende der offiziellen Spielzeit der erst in der 82. Minute eingewechselte Daniel Alves vom FC Barcelona. Der Mann mit der Rückennummer 13 zirkelte einen Freistoß, den Kapitän Mokoena an Ramires verschuldet hatte, knapp außerhalb des Strafraums mit dem rechten Fuß ins lange Eck zum Goldtor. "Gott hat mich beschenkt. Ich habe schon beim Aufwärmen davon geträumt. Gut, dass wir nicht in die Verlängerung mussten", sagte der Verteidiger.
"Mein Torjubel war für meine Kinder"
Der Spezialist, der nach fast jedem Training stets Freistoß übt, widmet den Einzug ins Finale seiner Familie. "Mein Torjubel war für meine Kinder, alles was ich tue, mache ich für sie", meinte der "Joker", dessen Teamchef Carlos Dunga die mäßige Darbietung seiner Truppe auch auf die Spuren zurückführte, die "sechs komplizierte Spiele in knapp 19 Tagen" hinterließen. "Wir wussten, dass es schwer werden würde. Wir haben unsere Sache trotzdem gut gemacht und uns durchgesetzt", resümierte nicht unzufrieden und nüchtern der Ex-Internationale.
Für den diesmal blass gebliebenen Luis Fabiano war das Beste an dem Halbfinale der Sieg. "Die Südafrikaner waren nicht besser als wir erwartet hatten, sondern sie waren sehr viel besser, haben ein großes Spiel gemacht", meinte der Stürmer vom FC Sevilla nach dem siebenten Erfolg seines Teams en suite. Dieses hat nun die große Chance, als zweites Land nach Frankreich (2003, 2001) den Confed-Cup erfolgreich zu verteidigen und mit dem dritten Coup nach 1997 und 2005 einen neuen Bewerbs-Rekord aufzustellen.
USA mit massig Selbstvertrauen
Im Endspiel kommt es zu einer Neuauflage des Gruppen-Treffens mit dem zweifachen Confed-Cup-Dritten USA (1992, 1999), der im Pool A den "Samba-Tänzern" 0:3 unterlag. Doch der Favorit ist gut beraten, diese Partie nicht als Maßstab zu nehmen. Das 3:0 über Afrika-Meister Ägypten und vor allem das 2:0 im Halbfinale über Spanien hat die selbstbewussten Yankees vom krassen Außenseiter zum gefährlichen Gegner mit der nötigen Portion Selbstvertrauen gemacht. "Wir werden uns zusammensetzen und analysieren, was wir tun müssen, um sie zu schlagen. Leicht wird es auch diesmal sicher nicht", meinte Dunga.
Für die Südafrikaner, für die das undankbare Spiel um den dritten Platz gegen Spanien in Rustenburg übrigbleibt, wussten nicht, ob sie sich über das verpasste Endspiel ärgern, oder über die gute Vorstellung freuen sollten. "So unfair kann Fußball manchmal sein. Wir haben wirklich toll gespielt und gegen einen großen Gegner verloren", stammelte Steven Pienaar, der zum "Spieler des Spiels" gewählt wurde. Ihm wäre der Sieg lieber gewesen als diese Auszeichnung.
Südafrika stolz
Siphiwe Tshabalala war ebenso bitter enttäuscht, fand aber auch Positives in der Niederlage. "Natürlich bin ich enttäuscht. Wir haben unsere bei weitem beste Partie in diesem Turnier gezeigt, hatten keinen Respekt vor Brasilien und haben trotzdem verloren - wir unterlagen ehrenvoll und deshalb bin ich auch glücklich", meinte der Mittelfeldspieler, dessen Teamchef stolz auf die "Bafana Bafana" war. "Wir haben sehr gut gespielt, wir verteidigen gut, und ich bin sehr stolz, wie meine Burschen den fünffachen Weltmeister, eines der besten Teams der Welt, 88 Minuten in Schach gehalten haben", bilanzierte Joel Santana.
Der in Rio de Janeiro geborene Trainer, der einst Dunga unter seinen Fittichen (1997 bei Vasco da Gama) hatte, zog über das Turnier-Abschneiden schon vor dem Spiel um Rang drei eine positive Bilanz. "Für meine jungen Spieler war es ein riesiges Erlebnis, das erste große Turnier auf diesem Niveau. Sie alle haben viel gelernt, es war eine exzellente Vorbereitung auf die WM", sagte der 60-Jährige, der seine Idealelf mit Ausnahme von zwei, drei Positionen gefunden hat. Südafrika sei auf gutem Weg und er werde versuchen, dass sich seine Schützlinge noch weiter verbessern.
Die Sympathien gehören schon jetzt den Kickern des WM-Gastgebers, der die Fans im Sturm erobert hat. Nach dem Schlusspfiff fühlte das Gros auf den Rängen mit den Hausherren mit, wischten sich die Fans Tränen aus den Augen. Auf der Ehrentribüne schüttelte Staatspräsident Jacob Zuma traurig seinen Kopf, und die Medien fanden zu dem Bild die passenden Schlagzeilen. "Brasiliens spätes Tor bricht die Herzen der Bafana-Helden", schrieb die Tagezeitung "Sowetan", die "Daily Sun" lobte "Bafanas mutige Schlacht" und "The Times" wählte als Titel: "Tapfere Bafana durch spätes Tor gestürzt."
(apa/red)
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