Sonntag, 28. Juni 2009

"Ich brauche mich nicht zu verstecken":
Melzer machte starkes Match gegen Roddick

  • Aber: "Stolz kann man nur sein, wenn man gewinnt"
  • Fokus des Niederösterreichers nun auf den US Open

Österreichs derzeit bester Tennis-Spieler Jürgen Melzer muss weiterhin auf seine erste Achtelfinal-Teilnahme bei einem Grand-Slam-Turnier warten. Eine couragierte und starke Drittrunden-Darbietung auf dem Center Court von Wimbledon gegen den US-Amerikaner Andy Roddick blieb am Samstag unbelohnt. Nach der Viersatzniederlage gegen die Nummer 6 des Turniers nimmt sich Melzer nun drei bis vier Tage "frei", danach startet er die Vorbereitungen auf sein nächstes Turnier in Baastad/Schweden.

"Ich habe ein gutes Match gespielt. So wie ich mich präsentiert habe, brauche ich mich nicht verstecken. Ich habe vier Sätze den Kopf oben gehalten und alles versucht", meinte Melzer nach dem hartumkämpften 6:7(2),6:7(2),6:4,3:6 gegen den zweifachen Wimbledon-Finalisten (2004 und 2005). Doch damit kann sich der Niederösterreicher, der auch sein elftes Drittrunden-Match bei einem Grand Slam und den neunten Vergleich mit Roddick verlor, natürlich nicht zufriedengeben.

"Wenn ich sagen würde, dass ich stolz bin, wäre das der falsche Ausdruck. Weil stolz kann man nur sein, wenn man gewinnt", erklärte der 28-Jährige, der bei den US Open (ab 31. August) den nächsten Anlauf aufs Achtelfinale unternehmen wird. "Die US Open sind noch weit weg. Aber New York taugt mir immer sehr", sagte Melzer, der bei den US Open bis dato zweimal (2004 und 2008) die dritte Runde erreicht hat.

Fünf Turniere bis zu den US Open
Vor den US Open sieht Melzers Turnierplanung noch fünf Einsätze vor. Nach den Sand-Events in Baastad (ab 13. Juli), Hamburg (ab 20. Juli) und Umag (ab 27. Juli) geht es Richtung Nordamerika, wo Melzer auf Hardcourt umsteigen und in Montreal (ab 8. August) und Cincinnati (ab 16. August) antreten wird. Nach dem Rückflug von London nach Wien steht vorerst aber einmal Ausspannen auf dem Programm. "Ich werde jetzt drei, vier Tage gar nichts tun und abschalten."

Für Roddick geht Wimbledon hingegen mit dem Achtelfinale gegen den Tschechen Tomas Berdych weiter. Gegen Melzer durfte sich der 26-jährige Ehemann des Models Brooklyn Decker einmal mehr auf sein Service verlassen. Roddick, US-Open-Sieger 2003, servierte 33 Asse und insgesamt 72 Prozent seiner ersten Aufschläge ins Feld. "Aber ich weiß, dass ich noch besser spielen kann", kündigte Roddick an.

(apa/red)

28.6.2009 10:46