Nur Melzer noch in Wimbledon dabei: Nach Dreisatzerfolg über Becker in dritter Runde
- Trifft nun auf den US-Amerikaner Andy Roddick
- Mayr ausgeschieden: Unterlag in 2. Runde Lisicki

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Jürgen Melzer hat zum sechsten Mal in Folge bei einem Grand-Slam-Turnier die dritte Runde erreicht. Melzer setzte sich in Wimbledon gegen den Deutschen Benjamin Becker mit 7:6 (6),6:3,7:6 (1) durch und trifft nun auf Andy Roddick (USA-6). Endstation war hingegen für Patricia Mayr, die der favorisierten Deutschen Sabine Lisicki mit 2:6,4:6 unterlag.
Melzer, Österreichs damit einziger Vertreter im Einzelbewerb des Rasen-Klassikers, begann stark, hatte es sich nach einigen Fehlern aber selbst zuzuschreiben, dass er im ersten Satz ins Tiebreak musste. Mit der 1:0-Führung in der Tasche spielte der Wimbledon-Juniorensieger von 1999 aber groß auf und holte den zweiten Durchgang locker auf seine Seite. Becker, der erst am 20. Juni auf Rasen in Hertogenbosch den ersten Turniersieg seiner Profi-Karriere gefeiert hat, ging aus einer Behandlungspause (Bauchmuskelzerrung) vor dem dritten Satz stark heraus, legte eine 5:2-Führung vor, verließ schlussendlich aber mit einem weiteren verlorenen Tiebrak und der Zweitrundenniederlage den Court.
Melzer befindet sich hingegen im Hoch. "Ich fühle mich hier einfach irrsinnig wohl und hab' ein tolles Selbstvertrauen. Mit dieser breiten Brust gehe ich jetzt in nächste Runde", betonte der 28-Jährige nach dem unerwartet glatten Dreisatzsieg. Im nächsten Spiel gelte es lediglich noch seine Aufschlagleistung ein wenig zu verbessern. "Aber wenn ich so spiele, muss einer ein unglaubliches Match spielen, um mich zu schlagen", strotzte Melzer nur so vor Selbstvertrauen. Vor dem Drittrundenspiel will er mit seinen Eltern, die ihm vor Ort "sehr viel Rückhalt" geben, das Wachsfigurenkabinett Madame Tussauds in London besichtigen.
"Wird schweres Spiel"
In der dritten Runde trifft Melzer auf Andy Roddick. Der als Nummer sechs gesetzte US-Amerikaner gewann gegen den Russen Igor Kunizyn nach 2:06 Stunden 6:4,6:2,3:6,6:2. Roddick warnte vor dem zweiten Grand-Slam-Duell mit Melzer (nach 3. Runde Australian Open 2005) und trotz seiner Gesamtbilanz von 8:0 Siegen in den direkten Duellen davor, den Österreicher zu unterschätzen. "Das wird ein schweres Spiel. Der Bursche ist gefährlich, vor allem auf Rasen", sagte der 26-Jährige.
Das bisher letzte Duell im vergangenen Oktober im Achtelfinale von Tokio auf Hardcourt hatte der zweifache Wimbledon-Finalist (2004, 2005) in zwei Sätzen gewonnen.
Mayr ausgeschieden
Die 22-jährige Mayr hatte im ersten Satz, in dem sie mit ein paar Schiedsrichterentscheidungen haderte, keine Chance, bäumte sich im zweiten Durchgang aber auf. Die Österreicherin hatte sogar einen Spielball auf das 5:2, den sie allerdings vergab und in Folge war kein Game-Gewinn mehr drinnen.
"Schade, im zweiten hätte ich was machen können. Aber ich hatte Aufschlagprobleme und bin nicht in den Rhythmus gekommen. Sie hat ihre erste Chance genutzt, ich brauche zwölf", meinte Mayr, die zudem erklärte, in der Nacht kaum geschlafen zu haben, mit Bauchschmerzen aufgewacht zu sein und Ellbogenschmerzen zu verspüren.
(apa/red)
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