Reizfigur Max Mosley: Der FIA-Präsident regiert den Motorsport mit eiserner Hand
- Selbst Sex-Skandal konnte Briten nichts anhaben

·Formel 1: Großer Knall unvermeidbar
FOTA lehnt Mosleys Friedensangebot ab
·"Lasse nicht zu, dass alles zusammenbricht"
Ecclestone mit aller Macht
gegen Konkurrenzserie
·Max Mosley übt sich
nun im Zurückrudern
FIA-Boss will plötzlich
auf Klagen verzichten
·Formel 1 manövriert
sich in eine Sackgasse
FIA-Boss Mosley denkt
nicht an einen Rücktritt
·F1-Teams legen
es auf Spaltung an
Drohung an FIA. Werden eigene Serie gründen
·Die Erklärung der FOTA im Wortlaut
Vereinigung: "Teams haben keine Alternative"
·Letztes Angebot
der Teams abgelehnt
Budgetstreit bleibt weiterhin ohne Lösung
·Neue Serie als Druckmittel "lachhaft"
Lauda: Formel-1-Teams können FIA nicht stürzen
Sein Image als "harter Hund" hat er nach wie vor, jenes des britischen Gentleman hat er im vergangenen Jahr verloren. Doch selbst ein vielbeachteter Sex-Skandal um ein Sadomaso-Video mit mehreren Prostituierten hatte Max Mosley nicht aus dem Amt als Präsident des Automobil-Weltverbandes FIA gedrängt. Ein Jahr später war der 69-jährige Engländer die Schlüsselfigur in einem Kampf mit den Formel-1-Teams, der die Königsklasse hätte spalten können.
Kompromisse gibt es bei Mosley nicht. Der Sohn des ehemaligen britischen Faschistenführers Sir Oswald Mosley geht eisern seinen Weg. Zahlreiche Teams und nationale Verbände hatten den Briten im Vorjahr nach der Affäre zum Rücktritt aufgefordert. Der Präsident hatte daraufhin selbst die Vertrauensfrage gestellt - und diese mit 103 der 169 möglichen Stimmen gewonnen. Der Rückhalt der großen Autohersteller ist ihm aber nicht mehr sicher.
"Die Zeit der Pannen und Skandale ist vorbei", hatte Mosley 1991 verkündet, nachdem er in einer Kampfabstimmung gegen den Franzosen Jean-Marie Balestre das Präsidentenamt des Internationalen Automobilsportverbandes FISA übernommen hatte. Es sollte ganz anders kommen. Nach der Umstrukturierung des Dachverbandes zur FIA 1993 hatte Mosley Ende April/Anfang Mai 1994 gleich einmal das Horrorwochenende der Formel 1 zu verkraften.
Nach dem Tod des brasilianischen Superstars Ayrton Senna und des Österreichers Roland Ratzenberger war die FIA im Erklärungsnotstand. Mosley startete eine Kampagne für mehr Sicherheit, regierte weiter mit harter Hand. Tote hat es in der Formel 1 seither zwar keinen mehr gegeben, dafür wollen die Teams mehr Mitsprache am Regulativ. Mosley hat für 2010 die Einführung einer Budgetobergrenze beschlossen - gegen den Willen der Rennställe.
"Meine sogenannte Entmachtung ist ein Märchen. Die Formel-1-Weltmeisterschaft ist im Besitz der FIA", hatte Mosley 1994 gesagt. Ein Satz, der aktueller nicht sein könnte. Zusammen mit seinem langjährigen Weggefährten Bernie Ecclestone, dem 78-jährigen Inhaber der Vermarktungsrechte, bestimmt Mosley seit Jahren die Geschicke der Königsklasse. Die Teams, darunter Zugpferde wie Ferrari und McLaren, bekommen nur die Hälfte vom finanziellen Kuchen ab.
(apa/red)
