Großer Knall in Formel 1 unvermeidbar:
FOTA lehnt Mosleys Friedensangebot ab
- Offenbar Misstrauensvotum gegen FIA-Boss geplant
·FIA-Präsident regiert mit eiserner Hand
Reizfigur Mosley spielte Schlüsselrolle im F1-Streit
·"Lasse nicht zu, dass alles zusammenbricht"
Ecclestone mit aller Macht
gegen Konkurrenzserie
·Max Mosley übt sich
nun im Zurückrudern
FIA-Boss will plötzlich
auf Klagen verzichten
·Formel 1 manövriert
sich in eine Sackgasse
FIA-Boss Mosley denkt
nicht an einen Rücktritt
·F1-Teams legen
es auf Spaltung an
Drohung an FIA. Werden eigene Serie gründen
·Die Erklärung der FOTA im Wortlaut
Vereinigung: "Teams haben keine Alternative"
·Neue Serie als Druckmittel "lachhaft"
Lauda: Formel-1-Teams können FIA nicht stürzen

In der Formel 1 hat die Hoffnung auf eine gemeinsame Zukunft der zerstrittenen Parteien einen weiteren Dämpfer erhalten. Die in der FOTA vereinigten Teams haben ein "Friedensangebot" von FIA-Präsident Max Mosley zurückgewiesen. Die FOTA lehnt nicht nur die Kompromisslösung in Bezug auf das neue Reglement bzw. auf das "irrelevante" Budgetlimit ab. Die Vereinigung der Formel-1-Teams geht noch einen Schritt weiter und fordert nun auch Mosley selbst heraus.
So sickerte durch, dass der Präsident des italienischen Automobil-Verbandes, Luigi Macaluso, auf Geheiß von Ferrari-Chef Luca di Montezemolo am Mittwoch bei der Sitzung des FIA-Weltrats ein Misstrauensvotum gegen den FIA-Boss stellen soll. Die Möglichkeit, den obersten Funktionär zu stürzen, ist allerdings gering. Über die Abwahl Mosleys kann einzig die FIA-Vollversammlung befinden. Dem Gremium gehören die 222 FIA-Mitgliedverbände an, deren Vertreter zum größten Teil loyal zum Präsidenten stehen.
Trotzdem weiß Mosley um den Ernst der Lage. "Ich bin mir bewusst, dass mich die Hardliner der FOTA stürzen wollen." Damit dürfte er Renault-Teamchef Flavio Briatore, Toyota-Motorsport-Präsident John Howett und Di Montezemolo gemeint haben. "Doch der beste Weg, mich aus dem Amt zu drängen, wäre Frieden in der Formel 1. Dann könnte ich im Oktober am Ende meiner Amtsperiode beruhigt abtreten", meinte der Brite.
"Es reicht" - Teams lehnen Treffen ab
Mosley hatte den acht abtrünnigen FOTA-Teams, die für 2010 eine eigene Rennserie in Konkurrenz zur Formel-1-WM ins Leben rufen möchten, überraschend ein Treffen angeboten. Doch Ferrari und die anderen FOTA-Rennställe lehnten ein solches Meeting ab.
"Wir haben genug geredet. Es reicht", sagte etwa Briatore. "Wir haben unser Statement abgegeben, und das ist sehr klar." Für den Italiener ist eine Lösung des Machtkampfs um das künftige Formel-1-Reglement nicht in Sicht. "Wir werden unsere Rennserie in den nächsten Wochen auf die Beine stellen", betonte Briatore erneut.
Gemäß dem Renault-Teamchef sind die Pläne für die "New Formula" schon weit fortgeschritten. "Wir arbeiten seit einigen Wochen an einer Lösung. Wir wollen eine von der FOTA organisierte Meisterschaft", erklärte Briatore, dem die zuletzt versöhnlichen Töne von Mosley gleichgültig zu sein scheinen. "In den vergangenen Tagen hat sich nichts geändert. Mehr will ich jetzt nicht mehr sagen."
Und zu Mosley selbst gab Briatore folgendes zu Protokoll: "Ich will nichts zur Person von Max sagen, denn wie er privat so ist, davon haben wir bereits eine eindeutige Demonstration in 'News of the World' erhalten." Damit erinnerte er an den Sado-Maso-Sexskandal von Mosley im Vorjahr. "Wenn er also von solchen Dingen wie Verrückten spricht, sollte er einmal auf sich selbst schauen. Er sollte sich einfach nur darauf konzentrieren, den bestmöglichen Job zu machen, und nicht persönlich werden."
Spaltung näher als Kompromiss
Auch FOTA-Vizepräsident Howett glaubt, dass eine Spaltung näher ist als ein Kompromiss. "Wenn man sich die überwältigende Unterstützung der Öffentlichkeit für uns anschaut, dann braucht es jetzt schon einen signifikanten Schritt der FIA in unsere Richtung. Wir sind schon fast am 'Point of no Return' angelangt", warnte Howett.
(apa/red)
